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  • 22. September 2026 14:28

Fallschirmjägerregiment 26: Pistorius verlangt lückenlose Aufklärung nach schweren Vorwürfen

BySarah Koller

Jan. 1, 2026

Berlin/Zweibrücken – Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat die Vorfälle im Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken als „erschütternd“ bezeichnet. Es geht um mutmaßliche Fälle von Rechtsextremismus, sexualisiertem Fehlverhalten, Drogenkonsum und weiteren Dienstvergehen – alles Dinge, die nach Ansicht des Ministers „im krassen Widerspruch zu den Grundwerten der Bundeswehr“ stehen.

Die Ermittlungen laufen seit Monaten. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums und der Bundeswehr richten sie sich derzeit gegen 55 Soldaten. Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken führt gegen 19 von ihnen Strafverfahren, vor allem wegen möglicher Verstöße gegen das Cannabisgesetz, Volksverhetzung und der Verwendung verfassungswidriger Symbole. Bisher wurden drei Soldaten bereits aus dem Dienst entlassen, bei 16 weiteren läuft das Entlassungsverfahren.

Alles begann im Juni 2025, als mehrere Soldatinnen des Regiments Beschwerden beim Wehrbeauftragten des Bundestags einreichten. Sie berichteten von sexualisiertem Fehlverhalten, Mobbing und frauenfeindlichen Äußerungen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte Anfang der Woche unter Berufung auf Insider von zusätzlichen Vorwürfen berichtet: Hitlergrüßen, einer angeblichen „Nazi-Party“, antisemitischen Sprüchen und Gewaltritualen. Die Bundeswehr und die Staatsanwaltschaft bestätigen diese Details bislang nicht und verweisen auf die laufenden Ermittlungen.

Pistorius übt deutliche Kritik an der Führung vor Ort. Zwar habe diese nach Bekanntwerden der Vorfälle sofort reagiert und Ermittlungen eingeleitet, doch sei es „nicht hinnehmbar“, dass so schwerwiegendes Fehlverhalten anfangs nicht sofort als solches erkannt und konsequent verfolgt wurde. „Es darf keine falsch verstandene Kameradschaft geben, die Grenzüberschreitungen deckt“, sagte er der dpa. Betroffene müssten sich jederzeit sicher fühlen, wenn sie etwas melden.

Als Antwort hat die Bundeswehr einen „Aktionsplan Luftlandetruppe“ angekündigt. Unter Leitung von Generalleutnant Christian Freuding, dem Inspekteur des Heeres, sollen Führungsstärke, Prävention und ein besserer Umgang mit solchen Problemen gestärkt werden. Der Kommandeur des Feldheeres, Harald Gante, sprach gegenüber Medien von Momenten, in denen man „schier sprachlos“ gewesen sei – sowohl wegen der Vorfälle selbst als auch wegen des anfänglichen Umgangs damit.

Das Regiment 26 in Zweibrücken gehört zur Luftlandebrigade 1 und umfasst rund 1.700 Soldatinnen und Soldaten. Der jetzige Skandal trifft die Bundeswehr in einer Zeit, in der der Militärische Abschirmdienst ohnehin einen anhaltenden Anstieg rechtsextremistischer Verdachtsfälle meldet.

Die Ermittlungen laufen weiter. Weitere Konsequenzen – auch personeller Art – sind nicht ausgeschlossen.

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By Sarah Koller

Sarah Koller schreibt vor allem zu Gesundheits- und Wissenschaftsthemen, behandelt aber auch soziale und historische Fragestellungen. Ihre Texte zeichnen sich durch Vielseitigkeit und die Fähigkeit aus, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten.

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