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  • 11. März 2026 10:25

Mehr als drei Millionen Unterstützer: Neuer Druck auf die Politik für Böllerverbot zu Silvester

ByLena Wallner

Jan. 2, 2026

Berlin, 2. Januar 2026 – Der Ruf nach einem bundesweiten Verbot von Silvesterfeuerwerk wird immer lauter. Zwei große Petitionen haben inzwischen mehrere Millionen Unterschriften gesammelt. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin meldete am Freitag, dass mehr als drei Millionen Menschen ihre Forderung nach einem dauerhaften Verbot von privater Pyrotechnik unterzeichnet haben. Allein in den letzten Tagen kamen über 700.000 neue Unterstützer hinzu. „Die Politik sollte zeigen, dass sie die Stimmen ernst nimmt“, betont GdP-Landeschef Stephan Weh.

Am kommenden Montag wollen die Deutsche Umwelthilfe, das Deutsche Kinderhilfswerk, die Bundesärztekammer, verschiedene Tierschutzorganisationen und die GdP eine weitere Petition mit bislang rund 975.000 Unterzeichnern Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin überreichen. Beide Initiativen zielen darauf ab, die Risiken für Menschen, Tiere und Umwelt zu minimieren, nachdem erneut Todesfälle und zahlreiche Verletzungen am Jahreswechsel zu beklagen waren.

Die jüngste Silvesternacht verlief in Deutschland vielerorts chaotisch. In Bielefeld starben zwei 18-Jährige bei Experimenten mit selbstgebauter Pyrotechnik. In Berlin berichtete die Polizei von „teils erheblichen Angriffen auf Einsatz- und Rettungskräfte“, etwa durch Beschießen und Bewerfen mit Feuerwerkskörpern. Auch Feuerwehr und Rettungsdienste waren erneut massiv gefordert, da zahlreiche Brände durch Pyrotechnik ausgelöst wurden.

Neben dem bundesweiten Verbot werden alternative Ansätze diskutiert. Brandenburgs Innenminister René Wilke (SPD) sprach sich für sogenannte Böllerzonen aus, in denen Pyrotechnik kontrolliert eingesetzt werden könne. In weniger frequentierten Bereichen und für begrenzte Zeiträume solle so die Gefahr für Menschen und Tiere reduziert werden. Wilke argumentiert, ein vollständiger Verzicht von einem Jahr auf das nächste sei weder realistisch noch kontrollierbar. In Brandenburg wurden bei der Silvesternacht 21 Personen durch Feuerwerkskörper verletzt.

Bundesinnenminister Dobrindt bleibt bislang zurückhaltend gegenüber Forderungen nach einem generellen Verbot oder einer Öffnungsklausel, die Städten und Gemeinden mehr Entscheidungsspielraum ermöglichen würde. Kritik daran kommt von der Opposition: Konstantin von Notz, Fraktionsvize der Grünen, nennt Dobrindts Verhalten „vollkommen unverständlich“ und warnt vor den Risiken für Jugendliche, Umwelt und Tiere. Auch die Linkspartei fordert ein entschlosseneres Vorgehen.

Seit Jahren protestieren Hunderttausende Bürgerinnen und Bürger gegen das Zünden von Böllern. Die Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich ein Ende der gefährlichen Knallerei. Eine Öffnungsklausel im Sprengstoffrecht, die es Kommunen erlaubt, Böller zu untersagen, könnte Einschätzungen nach eine Kettenreaktion auslösen: „Wenn erste Städte zu böllerfreien Silvesterfesten übergehen, würden andere nachziehen.“

Mit den aktuellen Petitionserfolgen wächst der politische Druck deutlich, die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Feuerwerk grundlegend zu überdenken – und die Debatte wird 2026 nicht ohne Konsequenzen bleiben.

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By Lena Wallner

Lena Wallner ist Journalistin und behandelt vor allem politische und gesellschaftliche Themen. Sie schreibt über aktuelle Entwicklungen und gesellschaftliche Zusammenhänge. Ihre Texte zeichnen sich durch ein ausgezeichnetes Netzwerk und die Einbindung relevanter Quellen aus.

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