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  • 11. März 2026 11:46

Jack Smith bezeichnet Trump in Kongress-Aussage als „maßgeblich verantwortlich“ für den Kapitol-Sturm

BySarah Koller

Jan. 3, 2026

Ex-Sonderermittler verteidigt seine Ermittlungen – Transkript und Video veröffentlicht

Washington – Der ehemalige Sonderermittler Jack Smith hat in einer geschlossenen Anhörung vor dem Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses Donald Trump als zentrale Figur hinter dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 bezeichnet. „Der Angriff, der am Kapitol stattfand, Teil dieses Falles, geschieht nicht ohne ihn“, sagte Smith wörtlich. Er beschrieb Trump als „bei weitem den am meisten schuldigen und verantwortlichen“ („by a large measure the most culpable and most responsible person“) in der mutmaßlichen Verschwörung, die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl 2020 umzustoßen.

Das Transkript und Video der fast achtstündigen Befragung vom 17. Dezember 2025 wurden am 31. Dezember 2025 – also am Silvesterabend – vom republikanisch geführten Justizausschuss veröffentlicht. Smith hatte zuvor eine öffentliche Anhörung angeboten, die von den Republikanern abgelehnt wurde; stattdessen wurde eine geschlossene Sitzung per Vorladung durchgesetzt.

Smith äußerte sich zu zwei von ihm geleiteten Untersuchungen: dem Versuch, die Wahl 2020 anzufechten, und den geheimen Dokumenten, die in Trumps Anwesen Mar-a-Lago gefunden wurden. Beide Verfahren wurden nach Trumps Wahlsieg im November 2024 gemäß der Richtlinie des Justizministeriums eingestellt, die eine Strafverfolgung eines amtierenden Präsidenten verbietet. Laut Smith hätte die Beweislage in beiden Fällen ausgereicht, um eine Verurteilung „beyond a reasonable doubt“ (jenseits vernünftigen Zweifels) zu erzielen.

Der ehemalige Sonderermittler wies Vorwürfe politischer Motivation entschieden zurück. Er betonte, dass sich die Ermittlungen weitgehend auf Aussagen von Trumps eigenen Verbündeten und republikanischen Unterstützern stützten, die ihre Loyalität zum Land über die Partei gestellt hätten. Als Beispiel nannte er einen ehemaligen Kongressabgeordneten aus Pennsylvania, der als Wahlmann für Trump vorgesehen war und die Bemühungen als „illegalen Versuch, die Regierung zu stürzen“ bezeichnete.

Smith schilderte, Trump habe durch wiederholte Falschbehauptungen über Wahlbetrug, Druck auf Landesbehörden und die Mobilisierung seiner Anhänger Richtung Kapitol die Voraussetzungen für die Ereignisse geschaffen. Während des Angriffs habe Trump trotz mehrfacher Aufforderungen seiner Mitarbeiter gezögert, die Gewalt zu stoppen, und einen Tweet veröffentlicht, der das Leben von Vizepräsident Mike Pence gefährdet habe. Eine direkte Aufforderung zum Aufruhr habe es nach Einschätzung der Ermittler nicht gegeben, der Ausbruch sei jedoch vorhersehbar gewesen.

Zur umstrittenen Aussage von Cassidy Hutchinson – die behauptete, Trump habe im Präsidentenfahrzeug nach dem Lenkrad gegriffen – erklärte Smith, ein Secret-Service-Fahrer habe Trumps Zorn und seinen Wunsch, zum Kapitol zu fahren, bestätigt. Die spezifische Lenkrad-Schilderung stuft Smith jedoch als weniger glaubwürdig ein.

Die Veröffentlichung des Materials an Silvester wird in Washington als strategisch ungünstig für maximale Aufmerksamkeit bewertet. Republikaner im Ausschuss nutzten die Befragung, um Smiths Vorgehen, etwa die Auswertung von Telefonprotokollen republikanischer Abgeordneter, zu hinterfragen.

Die Aussage wirft erneut Licht auf die Ereignisse des 6. Januar 2021, bleibt jedoch die einseitige Darstellung eines ehemaligen Ermittlers – es gibt weder ein Gerichtsurteil noch eine Verurteilung. Die Debatte über Trumps Rolle in diesem Kapitel der US-Geschichte dürfte mit der Veröffentlichung weiter anhalten.

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By Sarah Koller

Sarah Koller schreibt vor allem zu Gesundheits- und Wissenschaftsthemen, behandelt aber auch soziale und historische Fragestellungen. Ihre Texte zeichnen sich durch Vielseitigkeit und die Fähigkeit aus, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten.

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