Kurzer Tipp: Crashprognosen unbedingt ignorieren und wenn es irgendwo mal «knallt» Ursachen prüfen. Seit Wochen lesen wir die typischen Crashpropheten und dann erlauben sich die Kapitalmärkte eine kleine Ironie: Ausgerechnet beim als Crashabsicherung empfohlenen Gold passiert etwas in der Art.
Ich empfehle aber Gelassenheit, wir sehen hier m.E. zwei Phänomene: So etwas wie einen Margin-Call, da die größte Rohstoffbörse (CME) die Margin Requirements (Sicherheitsleistungen) angehoben hat. Hinzu kommen große ETFs, die in fallende Kurse verkauft wurden. Das zwingst viele Institutionen und auch diese ETFs dazu, die entsprechenden Basiswerte zu jedem Preis zu verkaufen, um die erforderliche Liquidität zu bekommen.
Das kann schnell zu einer eher technischen Abwärtsspirale führen, wenn ein Basiswert oder Markt überraschend heftig reagiert. Setzt das einmal ein, findet sich zudem kein Käufer, denn so kurzfristig nehmen nur Profis das auf – und die wissen ja, dass der Preis weiter fallen wird.
Typischerweise löst sich das wieder auf, wenn eben diese Profis schließlich einsteigen. Dann kann es übrigens umgekehrt genauso auch nach oben passieren. Das hängt dann genauso von den ETF-Käufern ab. Greifen die zu, muss der ETF sofort und zu jedem Preis kaufen.
Steigende Volumina von reinen Finanzspekulationen sowie die spezifischen ETF-Vehikel – die viele Vorteile haben! – dürften die Schwankungen an den Kapitalmärkten weiter treiben. Davon sollten Privatanleger sich nicht beirren lassen.
Nichts tun ist bequem und manchmal sogar genau richtig.
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