Ehemalige Trump-Vertraute nennt „Make America Great Again“ eine „einzige Lüge“ – scharfe Kritik an der Begünstigung reicher Spender
Washington – Marjorie Taylor Greene, lange Zeit eine der lautstärksten und loyalsten Unterstützerinnen Donald Trumps im US-Kongress, hat sich in einem bemerkenswerten Interview deutlich von der MAGA-Bewegung distanziert. In einem Gespräch mit der unabhängigen Moderatorin Kim Iverson sprach die frühere republikanische Abgeordnete aus Georgia von einer tiefen Enttäuschung über das politische Projekt „Make America Great Again“, dessen zentrale Botschaft sie als „eine einzige Lüge“ bezeichnete – insbesondere gegenüber den einfachen Wählerinnen und Wählern.
Greene, die während Trumps erster Amtszeit sowie im Präsidentschaftswahlkampf 2024 zu seinem engsten politischen Umfeld zählte, äußerte sich kritisch über die Entwicklung der zweiten Trump-Regierung. Knapp ein Jahr nach deren Amtsantritt, so Greene, diene MAGA aus ihrer Sicht nicht länger den Interessen der breiten Bevölkerung. Stattdessen profitierten vor allem wohlhabende Unterstützer, die sie wörtlich als „big, big donors“ bezeichnete. Diese würden mit lukrativen Regierungsaufträgen, Begnadigungen und anderen politischen Gefälligkeiten belohnt.
„Die Menschen erkennen langsam, dass es alles eine Lüge war – eine große Lüge für das Volk“, sagte Greene in dem Interview. „Was MAGA in dieser Regierung wirklich bedient, sind ihre großen Spender.“ Nach ihren Angaben erhielten diese nicht nur staatliche Aufträge, sondern auch Begnadigungen oder Vorteile für Freunde und Familienangehörige. Darüber hinaus übte Greene indirekt Kritik an ausländischen Einflussnahmen und an Großkonzernen, deren Interessen offenbar stärker berücksichtigt würden als jene der amerikanischen Bevölkerung. „Make America Great Again geht es offenbar nicht wirklich um Amerika oder die Amerikaner“, so Greene.
Der Bruch mit der Bewegung, die sie über Jahre hinweg aktiv mitgeprägt und öffentlich verteidigt hatte, kommt überraschend. Greene galt lange als eine der zentralen Symbolfiguren des radikalen Flügels der Republikanischen Partei und gehörte zu den ersten prominenten Kongressabgeordneten, die Trump nahezu bedingungslos unterstützten. Ihre jetzigen Aussagen lassen auf eine wachsende Frustration in Teilen der MAGA-Basis schließen. Als mögliche Auslöser gelten wahrgenommene Abweichungen von zentralen Wahlversprechen, darunter strengere Einwanderungskontrollen, ein umfassender Bürokratieabbau oder eine protektionistischere Wirtschaftspolitik.
Eine offizielle Reaktion aus dem Weißen Haus oder aus dem unmittelbaren Umfeld Trumps liegt bislang nicht vor. Innerhalb der Republikanischen Partei dürften Greenes Äußerungen dennoch für Unruhe sorgen, zumal sie weiterhin über eine beträchtliche Anhängerschaft in konservativen Kreisen verfügt.
Der Vorfall verdeutlicht die Spannungen innerhalb der amerikanischen Rechten gut ein Jahr nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus. Während der Präsident seine zweite Amtszeit mit hohen Zustimmungswerten innerhalb der eigenen Partei begonnen hat, zeigen einzelne Stimmen wie jene von Marjorie Taylor Greene, dass die Erwartungen der Basis nicht erfüllt werden. Ob es sich dabei um eine Einzelposition oder um den Auftakt zu einer breiteren Entfremdung handelt, bleibt abzuwarten.
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