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  • 19. Februar 2026 7:23

Pilnacek-Untersuchungsausschuss startet mit ersten Zeugenbefragungen

BySarah Koller

Jan. 16, 2026

Wien – Der Untersuchungsausschuss zum Tod des ehemaligen Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek hat am Donnerstag, dem 15. Jänner 2026, mit den ersten Anhörungen begonnen. Im Mittelpunkt standen zunächst Personen, die unmittelbar an der Bergung und Auffindung der Leiche am 20. Oktober 2023 in einem Donau-Seitenarm in Rossatz (Niederösterreich) beteiligt waren.

Am Vortag hatte der Ausschuss einen Lokalaugenschein am Fundort durchgeführt, um sich ein Bild der Gegebenheiten vor Ort zu verschaffen. Ausschussvorsitzender Walter Rosenkranz (FPÖ) leitete die Befragungen im Parlament. Unter den ersten Zeugen waren ein Mitarbeiter der ViaDonau GmbH, der die Leiche entdeckte, ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Rossatz und ein Beamter der Polizeiinspektion Weissenkirchen.

Der Mitarbeiter der ViaDonau GmbH berichtete, nach der Bergung nur kurz – rund zehn Minuten – von der Polizei befragt worden zu sein. Ein Aktenvermerk sei in diesem Zusammenhang nicht erstellt worden. FPÖ-Fraktionsführer Christian Hafenecker kritisierte, dass zwei Lkw-Fahrer, die sich in der Nähe befanden, bisher nicht einvernommen worden seien.

Der Ausschuss hat Zugriff auf rund 19.000 Seiten Aktenmaterial, darunter Unterlagen des Justizministeriums, des Landesgerichts für Strafsachen Wien und der Volksanwaltschaft. Ein Großteil liegt digital vor, ein kleiner Teil in Papierform, einschließlich vertraulicher und geheimer Dokumente.

Nächste Befragungen und weitere Termine

Die Anhörungen werden am 28. und 29. Jänner fortgesetzt. Geplant sind unter anderem Befragungen einer Ärztin, einer Staatsanwältin sowie weiterer Polizeibeamter. Bis Anfang Juli sind insgesamt 21 Sitzungstage vorgesehen. Besondere Aufmerksamkeit könnten die Anhörungen von Peter Pilz, ehemaliger Abgeordneter und Autor eines Buches zum Fall, Journalist Erich Vogl, der ehemaligen Lebensgefährtin Pilnaceks und deren damaliger Mitbewohnerin erhalten. Diese Personen sollen Pilnacek zuletzt lebend gesehen haben.

Der Ausschuss war auf Verlangen der FPÖ eingesetzt worden. Die Partei kritisiert, dass die Ermittlungsbehörden zu schnell von einem Suizid ausgegangen seien und Beweismittel nicht ausreichend gesichert hätten. Andere Fraktionen – ÖVP, SPÖ, NEOS und Grüne – unterstützten den Lokalaugenschein, um sich selbst ein Bild vom Fundort zu machen.

Am Donnerstag diskutierten die Abgeordneten auch über eine Schulung des Innenministeriums für Polizeibeamte zu ihren Rechten und Pflichten vor einem Untersuchungsausschuss. Die FPÖ bewertete dies als unzulässigen Einflussversuch; andere Fraktionen sahen darin keine Einschränkung der Unabhängigkeit.

Politische Brisanz und Ausblick

Der Tod Pilnaceks gehört seit mehr als zwei Jahren zu den politisch und medial intensiv diskutierten Fällen in Österreich. Mit den Ausschussbefragungen sollen insbesondere Abläufe der polizeilichen Ermittlungen und mögliche Unregelmäßigkeiten überprüft werden. Rosenkranz betonte bei einer Pressekonferenz, dass das zentrale Ziel des Ausschusses eine „umfassende und sorgfältige Aufklärung“ sei. Die Fraktionen sollen bis Juni beraten, wie das Verfahren im Herbst fortgesetzt wird.

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By Sarah Koller

Sarah Koller schreibt vor allem zu Gesundheits- und Wissenschaftsthemen, behandelt aber auch soziale und historische Fragestellungen. Ihre Texte zeichnen sich durch Vielseitigkeit und die Fähigkeit aus, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten.

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