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  • 18. Juli 2026 10:28

Long-Covid-Kliniken in den USA schließen – Tausende Patientinnen und Patienten ohne spezialisierte Hilfe

ByLena Wallner

Jan. 12, 2026

Eine Recherche von Scienceline zeigt, dass in den Vereinigten Staaten spezialisierte Long-Covid-Kliniken zunehmend geschlossen werden, häufig ohne öffentliche Ankündigung. Tausende Menschen mit komplexen, langanhaltenden Symptomen stehen dadurch ohne spezialisierte medizinische Betreuung da – eine alarmierende Entwicklung für die langfristige Versorgung nach der Covid-19-Pandemie.

Im Mai 2020 eröffnete das Mount Sinai’s Post-COVID-19 Care Center in New York, eine der ersten Kliniken weltweit, die sich ausschließlich auf Long-Covid-Patientinnen und -Patienten konzentrierte. Fünf Jahre später, im April 2025, sind Schätzungen zufolge etwa 80 % solcher Einrichtungen geschlossen. Unter ihnen die Post-COVID Care Clinic in Honolulu, die über 500 Patientinnen und Patienten betreute und Ende Juni 2025 ihre Türen schloss.

Long Covid beschreibt eine chronische Erkrankung mit mehr als 200 bekannten Symptomen, darunter anhaltende Müdigkeit, Herzrasen, Kopfschmerzen und Gedächtnisstörungen. Schätzungen zufolge sind 10 bis 35 % der Menschen, die eine Covid-19-Infektion durchgemacht haben, betroffen. Die Beschwerden treten häufig in Schüben auf und können durch Reinfektionen verstärkt werden.

Bislang boten spezialisierte Kliniken eine zentrale Anlaufstelle: Sie führten kognitive Tests durch, ermöglichten den Zugang zu klinischen Studien, verschrieben Medikamente außerhalb zugelassener Indikationen und unterstützten bei Versicherungs- oder Behindertenanträgen.

Diese Strukturen brechen zunehmend weg. So musste die COVID Recovery Clinic der University of North Carolina (UNC), die über 3.500 Patientinnen und Patienten betreute, 2025 schließen, nachdem die Finanzierung ausgelaufen war. Nach Angaben von Scienceline sind viele Kliniken in den USA stark von staatlichen Fördermitteln abhängig, was die langfristige Versorgung erschwert.

Weitere Hürden für eine effektive Versorgung sind der Mangel an zugelassenen Therapien und diagnostischen Tests. Scienceline berichtet, dass medizinisches Personal häufig vor der Herausforderung steht, evidenzbasierte Behandlungen umzusetzen, und dass die Belastung für Ärztinnen und Ärzte hoch ist. Viele Einrichtungen stehen unter Druck, wirtschaftlich tragfähigere Diagnosen zu behandeln.

Die Schließungen führen zu einer Überlastung der verbliebenen Kliniken. In San Antonio haben sich die Wartezeiten von zwei auf vier Monate verdoppelt; am Cohen Center in New York betragen sie nun sechs bis acht Monate. Hausärztinnen und Hausärzte müssen zunehmend die Versorgungslücke füllen, obwohl sie oft nicht über spezifisches Wissen zu Long Covid verfügen.

Die Lage zeigt, dass ohne gezielte politische und medizinische Strategien Long Covid weiterhin unzureichend behandelt werden könnte – und dass die Versorgung tausender Betroffener gefährdet bleibt.

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By Lena Wallner

Lena Wallner ist Journalistin und behandelt vor allem politische und gesellschaftliche Themen. Sie schreibt über aktuelle Entwicklungen und gesellschaftliche Zusammenhänge. Ihre Texte zeichnen sich durch ein ausgezeichnetes Netzwerk und die Einbindung relevanter Quellen aus.

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