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  • 12. April 2026 11:42

Proteste im Iran: Zwei Wochen der Unruhen und staatlicher Repression

BySarah Koller

Jan. 12, 2026

Seit dem 28. Dezember 2025 kommt es im Iran zu einer anhaltenden Welle von Protesten. Die Bewegung begann im Teheraner Grand Bazaar als Reaktion auf eine schwere Wirtschaftskrise, steigende Lebenshaltungskosten und den rapiden Wertverlust der iranischen Währung (Rial). Die Unruhen haben sich auf zahlreiche Städte ausgeweitet, darunter Teheran, Isfahan, Shiraz und Mashhad, und gelten als die größte Protestbewegung seit den landesweiten Protesten 2022.

Hintergrund der Proteste

Die unmittelbaren Auslöser sind ökonomischer Natur. Die iranische Währung fiel auf historisch niedrige Werte, und die Preise für Grundnahrungsmittel und Energie stiegen stark an. Viele Iranerinnen und Iraner sehen sich mit hoher Arbeitslosigkeit, Inflation und einer längerfristigen Wirtschaftskrise konfrontiert, die unter anderem durch internationale Sanktionen verschärft wird.

Repression und staatliche Maßnahmen

Iranische Sicherheitskräfte gingen wiederholt gewaltsam gegen Demonstrierende vor. Nach Angaben der U.S.-basierten Human Rights Activists News Agency (HRANA) sollen mehrere hundert Menschen getötet worden sein, darunter auch Angehörige der Sicherheitskräfte. Mehr als 10.600 Personen wurden festgenommen. Aufgrund einer landesweiten Internetsperre sind unabhängige Verifizierungen der Zahlen derzeit nur eingeschränkt möglich.

Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch berichten über den Einsatz von scharfer Munition, Tränengas, Wasserwerfern und anderen Zwangsmitteln, was zu zahlreichen Toten und Verletzten geführt habe. Während der Proteste wurde der Zugang zum Internet massiv eingeschränkt, um Kommunikation und Berichterstattung zu erschweren.

Reaktionen der Regierung

Die iranische Führung bezeichnete die Proteste als „unruhestiftend“ und „von ausländischen Mächten beeinflusst“. Offizielle Stellen betonten die Notwendigkeit, die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten, und kündigten an, gegen Gewalt und „illegale Aktivitäten“ vorzugehen.

Gesellschaftliche Dimension

Die Protestbewegung vereint Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten. Was ursprünglich als wirtschaftlicher Protest begann, entwickelten sich zunehmend politische Forderungen, etwa nach größerer Teilhabe und Reformen. In sozialen Medien und Augenzeugenberichten wurden auch kritische Slogans gegen die Regierung und den obersten Führer geäußert, wobei der Informationsfluss stark eingeschränkt ist.

Internationale Reaktionen

Menschenrechtsorganisationen haben die Gewalt verurteilt und zu rechtsstaatlichem Vorgehen aufgerufen. Westliche Regierungen äußerten Besorgnis über die Lage. Militärische Interventionen oder direkte Eingriffe anderer Staaten wurden bislang nicht umgesetzt.

Die Lage bleibt angespannt und schwer vorhersehbar. Die Kombination aus wirtschaftlicher Not, staatlicher Repression und eingeschränktem Informationsfluss erschwert eine klare Einschätzung. Beobachter halten eine weitere Eskalation für möglich, während viele Menschen im Land weiterhin ihre ökonomischen und politischen Forderungen artikulieren.

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By Sarah Koller

Sarah Koller schreibt vor allem zu Gesundheits- und Wissenschaftsthemen, behandelt aber auch soziale und historische Fragestellungen. Ihre Texte zeichnen sich durch Vielseitigkeit und die Fähigkeit aus, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten.

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