Bern – Die Schweizer Bundesverwaltung plant, ihre Kapazitäten im Bereich Datenmanagement und künstliche Intelligenz (KI) deutlich zu erweitern. Die Bundeskanzlei hat dazu eine WTO-konforme Ausschreibung im Umfang von 57 Millionen Franken veröffentlicht. Ziel ist es, externe IT-Dienstleistungen für die kommenden Jahre zu beschaffen, die die Verwaltung bei Entwicklung, Betrieb und Optimierung von KI-Lösungen sowie moderner Datenplattformen unterstützen.
Die Ausschreibung ist Teil der umfassenderen Digitalstrategie der Bundesverwaltung. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung eine Teilstrategie für den Einsatz von KI verabschiedet. Mit der Umsetzung sollen Verwaltungsprozesse effizienter gestaltet, digitale Dienstleistungen verbessert und die Qualität der Entscheidungsgrundlagen gestärkt werden.
Im Detail sollen die beschafften Dienstleistungen die Analyse großer Datenmengen, die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben, die Entwicklung von Chatbots und intelligenten Suchfunktionen sowie die Optimierung der Entscheidungsgrundlagen für die Bundesämter ermöglichen.
Die Ausschreibung ist in mehrere Lose gegliedert und erstreckt sich voraussichtlich über mehrere Jahre. Die Bundeskanzlei betont, dass die Vergabe transparent und wettbewerbsorientiert erfolgt. Die Einreichung der Angebote ist bis zum Sommer 2026 vorgesehen, die ersten Verträge sollen noch im gleichen Jahr abgeschlossen werden.
International verfolgt die Schweiz einen pragmatischen, risikobasierten Ansatz beim Einsatz von KI in der Verwaltung. Während Deutschland und die Europäische Union umfassende KI-Regulierungen und Förderprogramme implementiert haben, setzt die Schweiz auf eine schrittweise Einführung in zentralen Bereichen. Auch Kantone und Städte starten zunehmend eigene Projekte: So wird im Kanton Freiburg bereits ein KI-gestützter Chatbot eingesetzt.
Die Ausschreibung verdeutlicht, dass die digitale Transformation der Bundesverwaltung weiter voranschreitet. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, wie die beschafften Lösungen die Effizienz steigern und zur Modernisierung der Verwaltung beitragen.
Die geplante Investition von 57 Millionen Franken kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Digitalisierung der Verwaltung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Historisch betrachtet sind IT-Projekte in der Bundesverwaltung jedoch nicht immer reibungslos verlaufen. Verzögerungen bei der Einführung neuer Systeme und teils hohe Kostenüberschreitungen haben in der Vergangenheit Kritik ausgelöst. Experten weisen daher darauf hin, dass die erfolgreiche Umsetzung der neuen KI- und Datenplattformen maßgeblich von sorgfältiger Projektplanung, klaren Vorgaben und kontinuierlichem Monitoring abhängt.
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