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  • 11. März 2026 11:55

US-Oberster Gerichtshof erklärt Trumps Zölle für rechtswidrig

ByAnton Aeberhard

Feb. 20, 2026

Historisches Urteil setzt Grenzen für die präsidiale Handelspolitik

Washington – Der Supreme Court of the United States hat in einer viel beachteten Entscheidung einen zentralen Bestandteil der Handelspolitik von Präsident Donald Trump für rechtswidrig erklärt. Mit 6:3 Stimmen kamen die Richter zu dem Schluss, dass die von Trump verhängten breit angelegten Einfuhrzölle keine gültige Rechtsgrundlage haben. Sie überschritten die verfassungsmäßig dem Kongress vorbehaltene Zuständigkeit zur Festlegung von Zöllen und stützten sich unzulässig auf ein Notstandsgesetz.

Hintergrund: Trumps globale Zollpolitik

Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Jahr 2025 hatte Trump ein umfassendes Zollsystem eingeführt, das nahezu alle großen Handelspartner der USA betraf. Die Maßnahmen waren Teil seiner wirtschaftspolitischen Linie, Handelsdefizite zu reduzieren und ausländische Märkte unter Druck zu setzen. Als rechtliche Grundlage berief sich der Präsident auf den International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) von 1977 – ein Gesetz, das ursprünglich für außergewöhnliche nationale Krisensituationen geschaffen wurde.

Kritiker hielten dagegen, dass dieses Gesetz die Erhebung von Zöllen nicht ausdrücklich vorsieht und dass die entsprechende Kompetenz beim Kongress liegt. Mehrere Bundesstaaten und Unternehmen klagten gegen das Zollregime mit der Begründung, der Präsident habe seine Befugnisse überschritten. Bereits die Vorinstanzen gaben den Klägern Recht, bevor der Fall schließlich vor dem Supreme Court landete.

Die Entscheidung des Gerichts

Die Mehrheit der Richter bestätigte nun, dass der IEEPA keine tragfähige Grundlage für derart weitreichende Zollmaßnahmen bietet. Umfassende Handelsmaßnahmen, die faktisch einer Besteuerung von Importen gleichkommen, bedürften einer klaren gesetzlichen Ermächtigung durch den Kongress. Diese Grenze sei überschritten worden.

Das Urteil setzt damit einer weiten Auslegung präsidialer Kompetenzen in der Handelspolitik klare Grenzen und bekräftigt das Prinzip der Gewaltenteilung zwischen Exekutive und Legislative. Es reiht sich in frühere Entscheidungen ein – unter anderem von einer Bundesberufungsinstanz und dem US Court of International Trade –, die ebenfalls Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Zölle geäußert hatten.

Finanzielle und wirtschaftliche Auswirkungen

Volkswirtschaftliche Berechnungen gehen davon aus, dass mehr als 175 Milliarden US-Dollar an bereits erhobenen Zollgebühren betroffen sein könnten. Sollten Rückerstattungen erforderlich werden, handelte es sich um eine der größten Summen dieser Art in der Geschichte der US-Zollpolitik.

An den Finanzmärkten blieb eine größere Reaktion zunächst aus: Die wichtigsten US-Aktienindizes verzeichneten am Tag der Entscheidung nur moderate Ausschläge. Das deutet darauf hin, dass Investoren das Urteil zwar aufmerksam registrierten, jedoch keine unmittelbaren Turbulenzen erwarteten.

Politische Reaktionen und Ausblick

Trump kündigte bereits an, nach alternativen gesetzlichen Grundlagen für neue Zollmaßnahmen suchen zu wollen – etwa mit Verweis auf Fragen der nationalen Sicherheit. Solche Schritte wären jedoch an strengere rechtliche Voraussetzungen gebunden.

Rechtsexperten empfehlen Unternehmen und Importeuren, sich weiterhin auf Anpassungen in der Handelspolitik einzustellen. Der juristische und politische Streit um die geeigneten Instrumente im internationalen Handel dürfte damit noch nicht beendet sein.

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By Anton Aeberhard

Anton Aeberhard ist Journalist und schreibt zu gesundheitlichen, wissenschaftlichen sowie politischen und gesellschaftlichen Themen. Seine Beiträge befassen sich mit aktuellen Entwicklungen und deren Hintergründen. Seine Texte zeichnen sich durch analytische Tiefe und eine klare Gewichtung der zentralen Argumente aus.

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