Zürich, 9. Februar 2026 – Am 8. Februar 2026 organisierte die konservative Organisation Turning Point USA (TPUSA) eine alternative Halftime-Show zum Super Bowl LX: die „All-American Halftime Show“. Mit Auftritten von Kid Rock, Brantley Gilbert, Lee Brice und Gabby Barrett wollte TPUSA „Faith, Family and Freedom“ feiern und zugleich den verstorbenen Gründer Charlie Kirk ehren. Der Versuch, ein millionenstarkes Publikum vom offiziellen Super Bowl abzuziehen, stieß jedoch schnell an seine Grenzen.
Die Show wurde live auf YouTube übertragen. Ein geplanter Stream auf X (ehemals Twitter) fiel wegen Lizenzproblemen aus. TPUSA meldete über 6 Millionen gleichzeitige Zuschauer und insgesamt rund 19 Millionen Views bis zum Morgen des 9. Februars. Berücksichtigt man weitere Plattformen wie Rumble, schätzte die Organisation die Reichweite auf bis zu 25 Millionen. Zum Vergleich: Die offizielle Halftime-Show mit Bad Bunny erreichte über 120 Millionen Zuschauer. Damit konnte TPUSA nur etwa vier bis fünf Prozent der Reichweite des Original-Events erreichen.
Die künstlerische Umsetzung wurde überwiegend kritisch bewertet. Medien sprachen von „langweilig“ und „amateurhaft produziert“. Besonders Kid Rocks Auftritt wurde als energiearm beschrieben; Beobachter berichteten von Lip-Syncing, wiederholtem Abwenden vom Mikrofon und mangelnder Bühnenpräsenz. Auf Plattformen wie Reddit und X bezeichneten viele Nutzer die Veranstaltung als „Flop“. Die Diskrepanz zwischen TPUSA-eigenen Erwartungen und der Realität war damit deutlich sichtbar.
Die Show verfolgte nicht nur Unterhaltungszwecke, sondern hatte eine klar politische Dimension: TPUSA präsentierte sie als konservative Antwort auf Bad Bunnys Auftritt, der spanischsprachige Elemente enthielt und US-Politik kritisch reflektierte. Während konservative Zuschauer die „echte amerikanische“ Atmosphäre lobten, empfanden liberale Zuschauer die Show als „xenophobisch“ und minderwertig produziert.
Finanziell und medial betrachtet bleibt die Veranstaltung ein Nischenereignis. Trotz PR-Erfolgs in konservativen Kreisen und der Ankündigung einer Wiederholung 2027 zeigt die begrenzte Reichweite, dass TPUSA nur einen Bruchteil des Super-Bowl-Publikums mobilisieren konnte. Das Event verdeutlicht die Strategie der Organisation, Kultur und Unterhaltung politisch zu instrumentalisieren, aber auch die Grenzen solcher Gegenveranstaltungen.
Fazit: TPUSA hat mit der „All-American Halftime Show“ ein politisch motiviertes Event auf die Beine gestellt, das in konservativen Medien gelobt, in der breiten Öffentlichkeit jedoch kaum Beachtung fand. Der Versuch, die Super-Bowl-Halftime-Show als Bühne für konservative Werte zu nutzen, illustriert die tiefe Polarisierung in den USA, ohne dass TPUSA bislang als ernsthafte Konkurrenz zur Mainstream-Unterhaltung gelten kann.
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