2024 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen in Europa. Der im April 2025 veröffentlichte Bericht European State of the Climate 2024 des Copernicus Climate Change Service (C3S) und der World Meteorological Organization (WMO) dokumentiert eine deutliche Zunahme extremer Wetterereignisse: weit verbreitete Überschwemmungen, schwere Stürme, Rekordhitze und Trockenheit in Teilen des Kontinents. Diese Entwicklungen stehen im Einklang mit dem menschengemachten Klimawandel, wie IPCC und weitere Studien bestätigen.
Überschwemmungen und Stürme
Europa erlebte 2024 die ausgedehntesten Überschwemmungen seit über einem Jahrzehnt. Rund 30 % des Flussnetzes überschritten den „hohen“ Hochwasser-Schwellenwert, 12 % sogar den „schweren“. Stürme und Fluten forderten mindestens 335 Todesopfer und betrafen schätzungsweise 413.000 Menschen, mit geschätzten Schäden von mindestens 18 Milliarden Euro europaweit.
Besonders gravierend waren die Auswirkungen von Storm Boris im September 2024, der acht Länder in Zentral- und Osteuropa traf. Laut C3S/WMO erreichten Flüsse auf einer Länge von rund 8500 km mindestens das Doppelte ihres durchschnittlichen Jahresmaximums. In Spanien kam es zu katastrophalen Überschwemmungen in der Region Valencia, wie der ESOTC-Bericht festhält; genaue Zahlen zu Todesfällen und Schäden liegen hier jedoch nicht direkt vor.
Hitzewellen und Temperaturrekorde
Europa erwärmt sich schneller als der globale Durchschnitt. 2024 brachte Rekordtemperaturen in weiten Teilen Zentral-, Ost- und Südosteuropas. Hitzewellen traten häufiger und intensiver auf. Hitze zählt in Europa zu den bedeutendsten Ursachen wetterbedingter Todesfälle. Städte sind durch den urbanen Wärmeinseleffekt besonders gefährdet, was hitzebedingte Gesundheitsrisiken verstärkt.
Dürren und „Climate Hazard Flips“
Während West- und Mitteleuropa unter Starkregen litten, herrschten in Süd- und Osteuropa teils extreme Trockenperioden. Viele Regionen zeigen einen langfristigen Trend zu intensiveren Trockenphasen, die Landwirtschaft, Wasserversorgung und Ökosysteme belasten. Der rasche Wechsel zwischen extrem nassen und trockenen Bedingungen – als climate hazard flips bezeichnet – stellt eine wachsende Herausforderung dar.
Wissenschaftliche Einordnung
Erwärmte Atmosphäre nimmt mehr Feuchtigkeit auf und begünstigt intensivere Niederschläge; höhere Temperaturen verstärken Hitzewellen und Dürren. Der C3S/WMO-Bericht betont: Die Auswirkungen des Klimawandels sind in Europa bereits messbar und werden sich ohne ambitionierte Emissionsminderung und Anpassungsmaßnahmen weiter verschärfen.
Quellen
- Copernicus Climate Change Service (C3S) & World Meteorological Organization (WMO): European State of the Climate 2024. Veröffentlicht am 15. April 2025.
https://climate.copernicus.eu/esotc/2024 - European Environment Agency (EEA): European Climate Risk Assessment (EUCRA). EEA Report 01/2024.
https://www.eea.europa.eu/en/analysis/publications/european-climate-risk-assessment - European Environment Agency (EEA): Economic losses from weather- and climate-related extremes in Europe (Update 2025).
https://www.eea.europa.eu/en/analysis/indicators/economic-losses-from-climate-related - Copernicus Emergency Management Service: European Flood Awareness System (EFAS) – Daten zu Hochwasser 2024.
https://www.copernicus.eu/en/european-flood-awareness-system - Agencia Estatal de Meteorología (AEMET): Berichte zu den Überschwemmungen in Valencia, Oktober 2024.
https://www.aemet.es/es/portada
Fehler- und Korrekturhinweise
Bitte geben Sie in Ihrer E-Mail die folgenden Informationen sachlich an: Ort des Fehlers: Geben Sie uns die genaue URL/Webadresse an, unter der Sie den Fehler gefunden haben.
Wenn Sie einen Fehler entdecken, der Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollte, teilen Sie ihn uns bitte mit, indem Sie an feedback@dmz-news.online schreiben. Wir sind bestrebt, eventuelle Fehler zeitnah zu korrigieren, und Ihre Mitarbeit erleichtert uns diesen Prozess erheblich.
Beschreibung des Fehlers:
Teilen Sie uns bitte präzise mit, welche Angaben oder Textpassagen Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollten und auf welche Weise. Wir sind offen für Ihre sinnvollen Vorschläge.
Belege: Idealerweise fügen Sie Ihrer Nachricht Belege für Ihre Aussagen hinzu, wie beispielsweise Webadressen. Das erleichtert es uns, Ihre Fehler- oder Korrekturhinweise zu überprüfen und die Korrektur möglichst schnell durchzuführen. Wir prüfen eingegangene Fehler- und Korrekturhinweise so schnell wie möglich.
Vielen Dank für Ihr konstruktives Feedback!
Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus
Seit unserer Gründung setzt sich die DMZ dafür ein, dass verlässliche Informationen für alle zugänglich sind. In einer Zeit, in der Desinformation und soziale Medien die Nachrichtenlandschaft prägen, ist unabhängiger Journalismus wichtiger denn je.
Wir glauben daran, dass jede und jeder das Recht hat, faktenbasierte, hochwertige Nachrichten zu erhalten – ohne Paywall und ohne Unterbrechungen. Unser Ziel ist es, Journalismus zu machen, der informiert, erklärt und Vertrauen schafft.
Unsere Leserinnen und Leser sind das Herzstück dieser Arbeit. Nur durch Ihre Unterstützung können wir weiterhin unabhängig, kritisch und engagiert berichten. Jeder Beitrag – egal wie klein – hilft uns, dieses Ziel zu erreichen.
Helfen Sie mit, Journalismus frei zugänglich zu halten. Unterstützen Sie die DMZ noch heute.
