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  • 22. September 2026 17:11

Bundesrat prüft finanzielle Unterstützung für Opfer der Crans-Montana-Katastrophe

ByAnton Aeberhard

Jan. 14, 2026

Bern – Knapp zwei Wochen nach der verheerenden Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation in Crans-Montana hat der Bundesrat seine Bereitschaft signalisiert, die Betroffenen und ihre Angehörigen nötigenfalls mit Bundesmitteln zu unterstützen. An seiner heutigen Sitzung beschloss die Landesregierung, dem Parlament bei Bedarf entsprechende Finanzmittel vorzuschlagen.

Die Tragödie in der Silvesternacht vom 31. Dezember 2025 auf den 1. Januar 2026 forderte 40 Todesopfer und verletzte 116 Menschen, vorwiegend junge Erwachsene, teils schwer. Viele der Überlebenden leiden unter schweren Verbrennungen, Lungenschäden und langfristigen psychischen Belastungen. Derzeit werden noch rund 80 Betroffene in Spitälern in der Schweiz sowie in Frankreich und Italien behandelt.

Bisher leisten die kantonalen Opferhilfestellen des Kantons Wallis Soforthilfe nach dem Opferhilfegesetz (OHG). Dazu gehört unter anderem die Übernahme von Hotelkosten, Unterstützung bei der Wohnungssuche, die Abdeckung nicht gedeckter medizinischer Ausgaben, Selbstbehalte bei der Krankenkasse sowie psychologische Beratung. Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) steht in engem Kontakt mit den kantonalen Behörden, um sicherzustellen, dass Hilfe dort ankommt, wo sie dringend benötigt wird.

Der Bundesrat betont jedoch, dass bei einer Katastrophe dieses Ausmasses das bestehende System aus kantonaler Opferhilfe, Versicherungen und privater Solidarität möglicherweise nicht alle langfristigen Bedarfe abdecken kann. Besonders die Kosten für Behandlungen, Rehabilitation und Einkommensausfälle könnten für viele Betroffene eine grosse Belastung darstellen.

Das EJPD soll nun bis Ende Februar 2026 in Zusammenarbeit mit dem Departement des Innern (EDI) und dem Finanzdepartement (EFD) prüfen, in welchen Bereichen Lücken bestehen und in welchem Umfang der Bund subsidiär einspringen kann. Ziel ist, die Unterstützung schnell, unbürokratisch und bedarfsgerecht sicherzustellen. Ein konkreter Finanzbedarf oder ein spezifischer Betrag wurde noch nicht genannt; dies hängt von den Ergebnissen der laufenden Analysen und dem Engagement von Versicherungen sowie des Kantons Wallis ab.

Der Entscheid des Bundesrats fällt in eine Phase, in der die öffentliche und politische Debatte über Verantwortlichkeiten, Brandschutzmängel und Kontrollversäumnisse weiterläuft. Gegen den Barbetreiber läuft ein Ermittlungsverfahren, und gegen die Gemeinde Crans-Montana bestehen Vorwürfe wegen fehlender Kontrollen und baulicher Mängel. Gleichzeitig sind zahlreiche zivilrechtliche Ansprüche und Sammelklagen von Angehörigen anhängig.

Mit der angekündigten Prüfung unterstreicht der Bund die nationale Dimension der Katastrophe und zeigt, dass er bereit ist, über die üblichen föderalen Zuständigkeiten hinaus Solidarität zu leisten – ein Schritt, der vielen Betroffenen zumindest ein wenig Sicherheit geben dürfte.

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By Anton Aeberhard

Anton Aeberhard ist Journalist und schreibt zu gesundheitlichen, wissenschaftlichen sowie politischen und gesellschaftlichen Themen. Seine Beiträge befassen sich mit aktuellen Entwicklungen und deren Hintergründen. Seine Texte zeichnen sich durch analytische Tiefe und eine klare Gewichtung der zentralen Argumente aus.

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