KOMMENTAR
Wer das versteckte Gift in diesem Brief übersieht, dem sei gesagt, er möge in seinem Leben auf “Freunde” besser achten als auf Feinde. Friedrich Merz, nicht mal namentlich erwähnt, allenfalls im letzten Satz als Amtsträger vielleicht angesprochen, wird diesen Brief, auf dem die “Schwester” aus München fehlt, zu lesen wissen.
Die tiefe Tragik dieser so umfassend gestrigen Veranstaltung liegt darin, dass die gemeinsam mit der nicht weniger gestrigen SPD vermutlich sogar aufrichtig um dieses Förmchenpaket ringen, das sie Reformen nennen.
Das halte ich für einen politischen Irrtum von vielleicht historischem Ausmaß. Ein Irrtum, der aus einer niemals relevanten Ökonomieschule stammt, die bis heute tiefe politische Wirkung hat. Eine gänzlich deskriptive unterkomplexe Idee der Funktionsweise einer Ökonomie mit wenigen Stellschrauben, die angeblich alles bewirken sollen: Arbeitskosten, Steuerquoten, Schuldenquoten, Staatsquoten, Umverteilung. Je nach Lager ist wenig oder mehr davon vielversprechend.
Jüngstes Vorbild ist die Schröder-Agenda, die angeblich aus dem kranken Mann einen Leistungssportler machte. Nun, nette Korrelation, es ging danach ja besser. Aber vielleicht waren das der Aufstieg Chinas, die große Globalisierungswelle, der Weltbedarf an deutscher Spitzentechnologie aus so vielen Schlüsselindustrien?
Vielleicht ist das aktuelle Problem nun eine über Dekaden bequem, arrogant, ignorant und risikoavers gelebte Spar- und Verwaltungspolitik im Staat, aber vor allem in den Unternehmen!
Meine These: Wir haben kollektiv Dividenden genossen, zu wenig investiert, Innovation anderen überlassen, uns kaputt gespart, parallel zu gut gefrühstückt.
Deshalb sind andere jetzt besser. Da müssen wir wieder hin und wer die Unternehmenslandschaft genau beobachtet, erkennt diesen laufenden Transformationsprozess.
Meine Empfehlung: Wir sollten vor allem diese Auslese der Innovationsfähigkeit in den Unternehmen zulassen, bestenfalls beschleunigen. Dieses Förmchenpaket können die machen, das wäre gewiss besser, die können es auch lassen, das ist einfach nur überbewertet.
Der globale Wettbewerb dreht sich um Spitzentechnologie und deren Orchestrierung. Es ist ein Wettbewerb der Systeme. Wir treten bisher mit Führungsebenen in Wirtschaft und Politik dagegen an, die sogar das eigene System mit Konzepten beschreiben, die möglicherweise noch nie zutrafen, sondern allenfalls zufällig mal funktionierten.
Wir brauchen also definitiv eine Personaldebatte liebe Herren der CDU – und aller anderen Parteien.

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