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  • 13. August 2026 2:35

Die «Experten» müssen ihr Blasennarrativ mal wieder ändern

ByDirk Specht

Aug. 2, 2026

KOMMENTAR

Es ist teilweise «erfrischend», wie Analysten, «Börsianer» und sogar Ökonomen mit Nobelpreisen die «AI-Blase» täglich bewerten. Offensichtlich haben auch viele reale Investoren so ihre Problemchen dabei. Was wir derzeit an Kursausschlägen sehen, ist selbst für ruhigere Hände, zu denen ich mich zähle, eine «interessante» Erfahrung.

Was ich nicht so ganz nachvollziehen kann: So manche wechseln praktisch täglich ihre Erklärmuster, bleiben aber immer dabei, dass sich da gerade mal wieder diese «AI-Blase» zeige oder entlade ??

Dabei zeigt sich vor allem, dass die meisten Erklärmuster so irgendwie gar nicht passen. Ich löse das gerne auf:

In Chart1 sieht man exemplarisch mit den beiden Chipwerten aus Südkorea (SK, Samsung), dass die ca. einem Jahr laufende angebliche «Blase» zuerst mal die Knappheiten bei Spezialchips abbildet. Die Bei KI-CPUs ist schon länger eingepreist, Nvidia ist hier kaum sichtbar. Die Chipwerte ragen also immer noch heraus.


Nun hat das Erklärmuster, man brauche so viel AI-Leistung nicht und da werde «überinvestiert», mit den vorliegenden Quartalsberichten ein vorläufiges Ende gefunden. Denn die sogenannten Hyperscaler haben alle nachgewiesen, dass sie gar nicht genug Rechenzentren ans Netz nehmen können und alle auf dreistelligen Milliardenwerten an nicht lieferbaren Aufträgen sitzen. Diese Aufträge sind hoch zweistellig wachsend und profitabel. Die kommen auch aus der Breite der Wirtschaft und nur gering aus «Kreislaufgeschäften» im AI-Ökosystem selbst. Das führt zu Chart2.



Hält einige nicht davon ab, jetzt wieder irgendwas abstürzen zu sehen. Angeblich sei jetzt die Zeit der Chip-Werte vorbei. Schön zurecht geschnittene Charts von abstürzenden SK-Aktien können das dem Laien glaubhaft zeigen.

Stimmt auch wieder nicht: In Südkorea entlädt sich gerade eine Finanzblase, vor der ich seit Monaten warne. Dort wurden vor allem Millionen Privatanleger in risikomethodisch haarsträubende Kreditvehikel auf Aktien gelockt. Eben diese Kleinanleger werden jetzt von den Profis noch eine Weile freundlich gegrillt, dann erst sehen wir die Realität.

Für diese Kleinanleger ist die «AI-Blase» natürlich Wirklichkeit geworden und die werden ihre Meinung auch nicht mehr ändern. Das ist in Deutschland vor 25 Jahren leider auch zu vielen passiert.

Damals gab es keine Blase. Heute gibt es auch keine. Das Risiko liegt woanders und das ist sogar größer: Es ist sehr wahrscheinlich, dass der eine oder andere AI-Player mit dreistelliger Milliardenbilanz umkippt. Was dann in der dahinter liegenden Finanzblase passiert, macht mir durchaus Sorgen.

Bei der Subprime-Krise 2007/2008 waren 600 Milliarden im Feuer, 200 Milliarden war der reale Schaden. Im Finanzsystem war der Schaden: 5 Billionen.

Ich würde gelassener damit umgehen, wenn Ökonomen und Finanzprofis mehr von AI verstünden!

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By Dirk Specht

Dirk Specht ist deutscher Autor und Kommentator mit den Schwerpunkten Wirtschafts-, Energie- und Gesellschaftspolitik. Er veröffentlicht Analysen und Kommentare zu aktuellen Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Technologie. Zuvor war er Digitalchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) und ist als Dozent und Gesprächspartner in Fachveranstaltungen aktiv. Seine Texte in der DMZ-News zeichnen sich durch analytische Tiefe und die klare Einbindung wirtschaftlicher und technischer Zusammenhänge aus.

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