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  • 18. Juli 2026 10:29

Zusammenhang zwischen schweren Covid-19-Verläufen und Demenzdiagnosen

BySarah Koller

Juni 23, 2026

Israelische Großstudie beobachtet höhere Raten nach Krankenhausbehandlung – milde Verläufe ohne Effekt

Haifa/Frankfurt – Nach schweren Covid-19-Erkrankungen werden häufiger neue Demenzdiagnosen gestellt. Das zeigt eine große israelische Studie, die insbesondere bei hospitalisierten Patientinnen und Patienten einen entsprechenden Zusammenhang feststellt. Bei milden Verläufen ohne Krankenhausaufenthalt ergibt sich dagegen kein statistischer Effekt.

Die Untersuchung basiert auf den Daten der größten israelischen Krankenkasse und umfasst mehr als 1,14 Millionen Personen ab 50 Jahren, die zu Beginn der Pandemie noch keine Demenzdiagnose aufwiesen. Innerhalb eines Beobachtungszeitraums von rund 27 Monaten wurden 27.280 neue Fälle erfasst.

In der Gesamtgruppe lag das Risiko einer Demenzdiagnose nach einer SARS-CoV-2-Infektion leicht höher (Odds Ratio 1,18). Deutlich ausgeprägter war der Zusammenhang bei stationär behandelten Patienten. Bei leichteren Krankenhausverläufen stieg das Risiko auf das 2,39-Fache, bei mittelschweren bis schweren Verläufen auf das 1,93-Fache.

Infektionen ohne Krankenhausaufenthalt unterschieden sich statistisch nicht von der Kontrollgruppe ohne Covid-19.

Die Autoren verweisen darauf, dass sich ähnliche Muster auch nach anderen schweren Atemwegsinfektionen wie Pneumonien zeigen. Diskutiert werden daher weniger spezifische virale Effekte als vielmehr Folgen der Krankheitslast selbst – etwa Entzündungsreaktionen, Sauerstoffmangel oder die Belastung des Organismus bei schweren Verläufen.

Auffällig ist der zeitliche Verlauf der Effekte: Sie konzentrieren sich auf die Monate unmittelbar nach der Infektion und nehmen danach deutlich ab. Nach etwa einem halben Jahr war der Zusammenhang statistisch kaum noch nachweisbar.

Ein Teil der frühen Diagnosen könnte, so die Forschenden, auf vorübergehende Verwirrtheitszustände nach schweren Erkrankungen oder auf eine intensivere medizinische Beobachtung in der Akutphase zurückzuführen sein.

Geimpfte Personen wiesen in der Analyse geringere Raten neu diagnostizierter Demenz auf. Die Daten erlauben jedoch keine kausalen Schlüsse, da mögliche Verzerrungen etwa durch Gesundheitsverhalten oder Vorerkrankungen nicht ausgeschlossen werden können.

Ob Covid-19 selbst die Entstehung einer Demenz beeinflusst oder bestehende Prozesse lediglich beschleunigt, bleibt damit offen.

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By Sarah Koller

Sarah Koller schreibt vor allem zu Gesundheits- und Wissenschaftsthemen, behandelt aber auch soziale und historische Fragestellungen. Ihre Texte zeichnen sich durch Vielseitigkeit und die Fähigkeit aus, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten.

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