Jens Spahn hat nach eigenen Angaben fünfmal an den „Dialog“-Veranstaltungen des US-Investors Peter Thiel teilgenommen. Die Treffen fanden zwischen 2018 und 2024 in Irland, Italien, Portugal, Spanien und Deutschland statt. Ein weiteres geplantes Treffen im August 2026 in Irland sagte der CDU-Politiker ab.
Sein Büro teilte mit, Spahn sei bei keiner der Veranstaltungen persönlich auf Peter Thiel getroffen. Wie eng seine Einbindung in das Netzwerk tatsächlich ist, ließ es offen. Die Teilnahmen erfolgten in verschiedenen Phasen seiner Karriere – als Bundesgesundheitsminister, als Abgeordneter und später als Vorsitzender der Unionsfraktion.
Öffentlich bekannt wurde die Verbindung durch ein Datenleck, das die Schweizer Aktivistin Maia Arson Crimew aufgedeckt haben soll. Dabei stieß sie auf Namen und interne Informationen im Quellcode der Website des „Dialog“-Netzwerks. Das Format gilt als hoch exklusiv: In kleinen, vertraulichen Runden kommen Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen, um abseits der Öffentlichkeit zu diskutieren. In älteren Einladungen war auch davon die Rede, „die Welt verändern“ zu wollen.
Peter Thiel, Mitgründer von PayPal und Gründer des Datenkonzerns Palantir, zählt zu den einflussreichsten und zugleich umstrittenen Tech-Investoren in den USA. Er steht wirtschaftsliberalen Positionen nahe, kritisiert staatliche Überregulierung und unterhält enge Kontakte ins republikanische Lager, einschließlich der MAGA-Bewegung. Unter anderem förderte er den heutigen Vizepräsidenten JD Vance früh.
In Deutschland stößt Spahns Teilnahme vor allem bei SPD, Grünen und Linken auf scharfe Kritik. Dabei geht es nicht nur um die fehlende Transparenz solcher Formate, sondern auch um die politische Nähe mancher Teilnehmer. Aus der Union kamen bislang nur wenige öffentliche Reaktionen.
Spahn selbst hat sich bisher nicht persönlich geäußert. Sein Büro spricht von einem reinen „Dialog“-Format und betont, der Begriff „Dialog Society“ sei ihm nicht bekannt.
Der Fall wirft damit eine grundsätzliche Frage auf: Wie offen und nachvollziehbar sollten die internationalen Kontakte eines führenden deutschen Politikers sein? Solche Netzwerktreffen sind in der Politik nicht neu – doch je exklusiver und intransparenter sie sind, desto größer wird das öffentliche Unbehagen.
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