KOMMENTAR
Als kürzlich Gavin Mooney für Südaustralien nachwies, dass Batteriespeicher deren Stromsystem am Abend versorgen können, kam die übliche “geht bei uns nicht”-”Gegenrede”. Was ist schon Australien, keine Industrie, keine dichte Besiedlung, nicht übertragbar. Stimmt übrigens alles nicht.
Der aktuell wichtigste Trend in den Stromsystemen: Kraftwerke aus dem Tagesbetrieb eliminieren!
4. Juni

Gavin Mooney hat mit einer erneut genialen Visualisierung sehr gut dokumentiert, was derzeit weltweit der wichtigste Trend in den Stromsystemen ist: Der Ausbau von Batteriespeichern zum Ausgleich zwischen den Stromüberschüssen am Mittag und den Stromdefiziten am Abend.
Nun folgt aber Kalifornien, viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, Stromsystem größer als das Deutschlands. Siehe da: Batterien versorgen die Abendstunden (Chart1). Die einzig verbleibenden Kraftwerke sind knapp 1,5 GW Leistung aus Atomkraftwerken und als Kombination mit Wärmeerzeugung als Grundlast laufende Gaskraftwerke. Die laufen nur weiter, weil man sie nicht abschalten kann, sind aber ökonomisch komplett unterlegen. Eine Frage der Zeit! Möglich macht das der exponentielle Ausbau der Batteriespeicher auf jetzt knapp 22 GW (Chart2).
Nur, falls jetzt wieder “da scheint mehr Sonne” oder die berühmte “Dunkelflaute” im “Winter” kommen: Es geht hier um den alltäglichen Betrieb mit EE-Überschüssen im Tagesverlauf und Deckungslücken am Abend sowie sehr bald auch in der Nacht. Es geht um die These, dass Batterien das technisch und ökonomisch nicht leisten können. Man brauche Kraftwerke, das sei sonst technisch nicht stabil möglich und ohnehin unbezahlbar.
Das ist schlicht falsch. Der ökonomische Vorteil der Batterien ist so groß, dass die vollkommen logisch die Kraftwerke zuerst aus den preislich attraktiven Abendstunden und dann zunehmen auch aus dem Nachtbetrieb raus treiben. Parallel wird mit Leistungselektronik die Netzstabilisierung automatisiert und Redispatch mit Kraftwerken eliminiert. Ferner kann damit die Überbauung mit EE ökonomisch und ebenso logisch fortgesetzt werden.
Nochmal zum mitschreiben: In dem Bild ist JEDES Kraftwerk der Störfall und eben nicht mehr der volatile EE-Verlauf! Technisch, ökonomisch!!
Das sind nämlich die wichtigsten Trends der globalen Stromsysteme, die viele Probleme technisch und ökonomisch hoch überlegen erledigen. Von den Kosten bis zur Versorgungssicherheit. Das hat weder mit “Sonne”, noch mit “Dunkelflaute” etwas zu tun. Das wird in Europa neben den Spaniern vor allem von den Briten vorangetrieben, also mit Windstrom. Wer hier dauernd von Sonnenstunden redet, hat weder das Thema verstanden, noch die logische Nutzbarkeit für JEDES Stromsystem.
Abschließend kurze Anmerkung zu Fakenwes über rückläufige Investments in Erneuerbare. Das sind gerne aufgeblasene Nachrichten über EE-Projekte, die aus ganz unterschiedlichen Gründen gestoppt werden. In Chart3 die durchaus sogar überraschende Entwicklung der frühestens Investmentströme, die man feststellen kann, nämlich Private Equity: Verdreifachung in einem Quartal!
Wir reden in Deutschland zu viel über die Vergangenheit, auch hier. So gestaltet man keine Zukunft, weder im Sommer, noch im Winter.



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