Möchten Sie Push-Benachrichtigungen von unserer Zeitung erhalten? Ja Nein, danke
  • 18. Juli 2026 11:21

Wälder als Klimapuffer – Studie dämpft Erwartungen an natürliche CO₂-Speicher

ByLena Wallner

Juni 18, 2026

Eine neue Untersuchung in Environmental Research Letters rückt eine zentrale Annahme vieler Klimapläne zurecht: Wälder und Böden sind weit weniger verlässlich als langfristige CO₂-Senken, als es politische Modelle unterstellen.

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Kohlenstoffspeicherung in natürlichen Ökosystemen stark schwankt – und unter Klimastress schnell ins Gegenteil umschlagen kann. Dürre, Hitze und Waldbrände sind dabei keine Randphänomene mehr, sondern bestimmen zunehmend die Bilanz.

Gerade dieser Punkt wiegt schwer: Was in Klimaszenarien oft als stetiger Beitrag zur CO₂-Reduktion verbucht wird, ist in der Realität ein unsicherer Speicher mit eingebauter Rückfalloption. Kohlenstoff bleibt nicht „gebunden“, nur weil er bilanziell einmal eingerechnet wurde.

Die Autoren verweisen auf eine wachsende Lücke zwischen Modellwelt und Wirklichkeit. Während Netto-Null-Strategien vieler Staaten auf stabile Senken setzen, zeigen Beobachtungen eine deutlich volatilere Entwicklung. In schlechten Jahren kippt die Bilanz – durch Feuer, Insektenkalamitäten oder Extremtrockenheit.

Hinzu kommt ein Rückkopplungseffekt, der politisch unbequem ist: Je stärker sich das Klima erwärmt, desto instabiler werden die Ökosysteme, die diese Erwärmung abfedern sollen. Die Senke wird damit selbst zum Risikofaktor.

Die Konsequenz der Studie ist nüchtern, fast ernüchternd: Natürliche Speicher können Emissionen höchstens zeitweise puffern. Sie ersetzen keine strukturelle Minderung von Treibhausgasen. Wer sich auf sie verlässt, kalkuliert mit einer Variablen, die sich gerade unter Klimadruck zunehmend entzieht.

Wenn Sie einen Fehler entdecken, der Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollte, teilen Sie ihn uns bitte mit, indem Sie an feedback@dmz-news.online schreiben. Wir sind bestrebt, eventuelle Fehler zeitnah zu korrigieren, und Ihre Mitarbeit erleichtert uns diesen Prozess erheblich.

Bitte geben Sie in Ihrer E-Mail die folgenden Informationen sachlich an: Ort des Fehlers: Geben Sie uns die genaue URL/Webadresse an, unter der Sie den Fehler gefunden haben.

Beschreibung des Fehlers:

Teilen Sie uns bitte präzise mit, welche Angaben oder Textpassagen Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollten und auf welche Weise. Wir sind offen für Ihre sinnvollen Vorschläge.

Belege: Idealerweise fügen Sie Ihrer Nachricht Belege für Ihre Aussagen hinzu, wie beispielsweise Webadressen. Das erleichtert es uns, Ihre Fehler- oder Korrekturhinweise zu überprüfen und die Korrektur möglichst schnell durchzuführen. Wir prüfen eingegangene Fehler- und Korrekturhinweise so schnell wie möglich.

Vielen Dank für Ihr konstruktives Feedback!

Seit unserer Gründung setzt sich die DMZ dafür ein, dass verlässliche Informationen für alle zugänglich sind. In einer Zeit, in der Desinformation und soziale Medien die Nachrichtenlandschaft prägen, ist unabhängiger Journalismus wichtiger denn je.

Wir glauben daran, dass jede:r das Recht hat, faktenbasierte, hochwertige Nachrichten zu erhalten – ohne Paywall und ohne Unterbrechungen. Unser Ziel ist es, Journalismus zu machen, der informiert, erklärt und Vertrauen schafft.

Unsere Leser:innen sind das Herzstück dieser Arbeit. Nur durch Ihre Unterstützung können wir weiterhin unabhängig, kritisch und engagiert berichten. Jeder Beitrag – egal wie klein – hilft uns, dieses Ziel zu erreichen.

Helfen Sie mit, Journalismus frei zugänglich zu halten. Unterstützen Sie die DMZ noch heute.

By Lena Wallner

Lena Wallner ist Journalistin und behandelt vor allem politische und gesellschaftliche Themen. Sie schreibt über aktuelle Entwicklungen und gesellschaftliche Zusammenhänge. Ihre Texte zeichnen sich durch ein ausgezeichnetes Netzwerk und die Einbindung relevanter Quellen aus.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert