Frankfurt am Main – Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran haben sich in der Nacht zum Donnerstag erneut verschärft. Beide Seiten berichten über militärische Zwischenfälle im Bereich der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben liegt bislang nicht vor.
Das US Central Command (CENTCOM) erklärte am Donnerstagmorgen, amerikanische Streitkräfte hätten mehrere iranische Drohnen über der Meerenge abgefangen. Zudem habe man „defensive Präzisionsschläge“ gegen ein militärisches Ziel in der Nähe der südiranischen Hafenstadt Bandar Abbas durchgeführt. Die Maßnahmen seien zum Schutz eigener Kräfte sowie der internationalen Schifffahrt erfolgt, hieß es.
Aus Teheran kam eine abweichende Darstellung. Das iranische Außenministerium sprach von einer „Verletzung der bestehenden Waffenruhe“. Die Revolutionsgarden erklärten über die staatliche Nachrichtenagentur IRNA, iranische Kräfte hätten als Reaktion einen amerikanischen Militärstützpunkt in der Region attackiert. Auch diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren.
Die Straße von Hormus gilt als eine der sensibelsten maritimen Handelsrouten weltweit. Nach Daten der Internationalen Energieagentur wird ein erheblicher Anteil der globalen Öl- und Flüssiggasexporte durch die Meerenge transportiert. Entsprechend reagierten die Energiemärkte spürbar auf die Berichte über die neuen Zwischenfälle; der Ölpreis der Sorte Brent legte zeitweise deutlich zu.
Die Eskalation erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender diplomatischer Bemühungen zur Stabilisierung der Lage. Das Außenministerium Omans bestätigte am Donnerstag weitere indirekte Gespräche zwischen Washington und Teheran. Vermittlerstaaten bemühten sich demnach um eine Verlängerung der seit April geltenden Waffenruhe.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch in Washington, die Vereinigten Staaten würden „jede Bedrohung der freien Schifffahrt“ in der Region beantworten. Aus Teheran hieß es dagegen, der Iran werde seine „territoriale Sicherheit und nationale Souveränität entschlossen verteidigen“.
Internationale Beobachter warnen seit Längerem vor einer weiteren Zuspitzung des Konflikts. Eine Ausweitung der Auseinandersetzungen hätte nach Einschätzung von Analysten potenziell erhebliche Auswirkungen auf die Stabilität der Region sowie auf die globalen Energiemärkte.
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