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  • 14. Juni 2026 9:35

UBI prüft SRF-Corona-Berichterstattung – Beschwerde von #ProtectTheKids im Zentrum

ByAnton Aeberhard

Mai 21, 2026

Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) befasst sich am 21. Mai in öffentlicher Beratung mit Beschwerden zur Corona-Berichterstattung des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF). Im Mittelpunkt steht die Popularbeschwerde b.1038 der Elternorganisation #ProtectTheKids gegen mehrere Beiträge mit dem ehemaligen Präsidenten der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF), Christoph Berger.

Die entsprechenden Sendungen und Online-Beiträge von Ende 2024 erschienen anlässlich von Bergers Rücktritt und ordneten die Pandemiejahre 2020 bis 2022 rückblickend ein.

Vorwürfe zur journalistischen Einordnung

#ProtectTheKids kritisiert, SRF habe zentrale Aussagen Bergers nicht ausreichend kritisch eingeordnet. Beanstandet werden unter anderem Aussagen zu Infektionsrisiken bei Kindern und Jugendlichen, zur Wirkung der mRNA-Impfstoffe sowie zur Bewertung staatlicher Schutzmaßnahmen. Die Beschwerde beruft sich auf das Sachgerechtigkeits- und Vielfaltsgebot des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen (RTVG).

Im Zentrum steht unter anderem die Aussage Bergers, die Impfstoffe hätten „schon bei Delta, aber nachher bei Omikron definitiv nicht vor Ansteckung geschützt“. Die Beschwerdeführer verweisen demgegenüber auf Studien und wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Jahren 2021 und 2022, wonach die Impfstoffe zunächst eine hohe Wirksamkeit gegen symptomatische Infektionen mit der Delta-Variante gezeigt hätten. Ein nachlassender Schutz („Waning“) sei bereits im Verlauf von 2021 beschrieben worden. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine dritte Impfdosis eine deutlich erhöhte Antikörperantwort gegen den SARS-CoV-2-Wildtyp sowie gegen die Beta- und Delta-Varianten ausgelöst habe.

Auch die Darstellung der Schutzmaßnahmen im Winter 2021/22 – etwa Impfempfehlungen für Jugendliche im Zusammenhang mit Schullagern oder das Covid-Zertifikat und Zugangsbeschränkungen – wird von #ProtectTheKids kritisiert. Den Beschwerdeführern zufolge zeigten Studien bereits im Jahr 2021, dass die Covid-Impfstoffe in allen Altersgruppen einen guten Schutz vor schweren Erkrankungen boten und bei der Delta-Variante auch das Risiko symptomatischer Verläufe sowie von Übertragungen deutlich reduzierten. Der Schutz vor Ansteckung habe bei den frühen Omikron-Varianten zwar niedriger gelegen, sei jedoch innerhalb von zehn Wochen noch bei rund 45 Prozent gewesen. Daraus leiten sie ab, dass die damaligen Maßnahmen einen relevanten Beitrag zur Risikoreduktion bei Veranstaltungen in Innenräumen geleistet hätten. Zudem wird eine zu starke Fokussierung auf eine „Vaccines-only“-Strategie kritisiert.

Ein weiterer Vorwurf betrifft die aus Sicht der Beschwerdeführer unzureichende Berücksichtigung von Long Covid und anderen möglichen Covid-Folgeerkrankungen in den Beiträgen mit dem ehemaligen Impfchef, insbesondere im Rahmen der rückblickenden Einordnung der Pandemie.

Grundsätzliche Bedeutung

Die Beschwerde bezieht sich auf vier aufeinanderfolgende SRF-Beiträge und geht damit über einen Einzelfall hinaus. Sie kritisiert ein wiederkehrendes narratives Muster in der Berichterstattung, unter anderem eine kritische Darstellung staatlicher Maßnahmen während der Pandemie, eine aus ihrer Sicht zu geringe Gewichtung von Infektionsrisiken bei jüngeren Menschen sowie eine unzureichende Berücksichtigung von Long Covid und anderen Folgeerkrankungen in der Berichterstattung.

Die öffentliche Beratung der UBI dürfte daher auch über den konkreten Beschwerdefall hinaus Beachtung finden, insbesondere im Hinblick auf die programmrechtliche Beurteilung medialer Berichterstattung zu gesundheitspolitischen Themen.

Die UBI ist die unabhängige Aufsichtsstelle für Radio- und Fernsehinhalte in der Schweiz und prüft Beschwerden auf Einhaltung der gesetzlichen Programmgrundsätze.

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By Anton Aeberhard

Anton Aeberhard ist Journalist und schreibt zu gesundheitlichen, wissenschaftlichen sowie politischen und gesellschaftlichen Themen. Seine Beiträge befassen sich mit aktuellen Entwicklungen und deren Hintergründen. Seine Texte zeichnen sich durch analytische Tiefe und eine klare Gewichtung der zentralen Argumente aus.

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