KOMMENTAR
Der geopolitische Dilettant Trump zeigt erneut, wie schnell er über mehr als 100 Jahre aufgebaute geostrategische Architekturen fahrlässig tief erschüttern kann.
Sein zumindest einem Azubilevel zuzuordnender Außenminister Rubio betont hilflos vor jedem Mikrofon, die Position der USA sei für alle Verbündeten in der Pazifik-Region unverändert und unerschütterlich. Zugleich eiert Trump zuerst bei Journalisten in der Airforce One und dann bei Foxnews bei den wichtigsten aller Fragen herum: Ob er die vom Kongress genehmigte Waffenlieferung an Taiwan zulasse, werde er sich noch überlegen. Taiwan solle ferner keine Unruhe stiften, die könne er gerade nicht gebrauchen. Er komme mit Xi gut klar.
Zum Iran muss man nebenbei korrekt bewerten, dass er komplett kapituliert, weil er allen ernstes sagt, er sei mit Xi einig, dass der Zustand vor seiner genialen “Aktion” besser war und am besten wieder zu erreichen sei.
Aus China habe ich zum Trump-Besuch zwei nicht weiter zu kommentierende Aussagen in der typischen asiatischen Zurückhaltung gehört:
- Verhandlungen mit Trump sind Zeitverschwendung. Der will immer nur unwichtige kleine Geschäfte verhandeln und ob er sich danach an die Vereinbarungen hält ist zudem unklar.
- Man nimmt interessiert zur Kenntnis, dass Trump und seine fachlich wenig qualifizierte Administration die USA und deren Verbündete sehr effektiv schwächt. Dabei werde man ihn nicht weiter stören und mehr sei auch nicht zu tun.
Bereits während meiner Reise wurde ich sarkastisch bedauert, dass es derzeit viel gefährlicher sei, Verbündeter der USA zu sein, während man es als Gegner doch viel einfacher habe.
Auch dazu kein Kommentar. Was diese Muppets im Weißen Haus anrichten, könnte als eine der effizientesten geostrategischen Abrissaktionen Geschichte machen.
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