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  • 14. Juni 2026 8:35

Stefan Homburg: Finanzwissenschaftler und öffentliche Äußerungen seit 2020

ByAnton Aeberhard

Mai 16, 2026

Stefan Homburg, geboren 1961, ist pensionierter Professor für Öffentliche Finanzen. Er lehrte von 1997 bis 2021 an der Leibniz Universität Hannover, wo er auch das Institut für Öffentliche Finanzen leitete. Vor der Pandemie lag sein wissenschaftlicher Schwerpunkt vor allem auf Steuerlehre und Makroökonomik. Zudem war er unter anderem Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium der Finanzen.

Ab dem Frühjahr 2020 trat Homburg zunehmend öffentlich in Erscheinung. In Interviews, Diskussionspapieren, Reden und auf der Plattform X (@SHomburg) äußerte er Kritik an den staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen. Dabei bezog er sich unter anderem auf die Entwicklung der Reproduktionszahl (R-Wert), die zeitliche Abfolge der Maßnahmen sowie deren wirtschaftliche Folgen. In einzelnen Beiträgen zog er zudem Vergleiche zur politischen Situation im Jahr 1933.

Die Leibniz Universität Hannover reagierte darauf mit einer öffentlichen Distanzierung. Am 25. Mai 2020 veröffentlichten Senat, Präsidium und Hochschulrat eine gemeinsame Stellungnahme. Darin bezeichneten sie Homburgs Vergleiche der Corona-Maßnahmen mit den Ereignissen des Jahres 1933 als „unerträgliche Verharmlosung der Geschehnisse im Jahr 1933“. Zugleich stellten die Universitätsgremien klar, dass sie aufgrund der Wissenschaftsfreiheit und der Meinungsfreiheit keine rechtlichen Schritte gegen ihn einleiten könnten.

Mehrere Aussagen Homburgs wurden anschließend von Faktencheck-Organisationen überprüft. Correctiv kam bereits im April 2020 zu dem Ergebnis, dass seine Argumentation zur Reproduktionszahl und zur Wirksamkeit des Lockdowns zu kurz greife. In einem weiteren Faktencheck aus dem Jahr 2021 analysierte Correctiv ein Interview aus dem April 2020, in dem Homburg unter anderem äußerte, die Pandemie verlaufe weitgehend wie eine Grippewelle und sei teilweise „herbeigeredet“.

Auch die dpa veröffentlichte Faktenchecks zu seinen Dateninterpretationen, darunter zu Sterblichkeitszahlen sowie später zu grafischen Darstellungen im Klimabereich. Der Blog Volksverpetzer kritisierte mehrere seiner Aussagen und mahnte ihn im Jahr 2023 ab.

Homburg selbst weist diese Kritik zurück und versteht seine Beiträge als legitime wissenschaftliche und politische Auseinandersetzung.

Juristische Auseinandersetzungen

Im Juni 2025 verurteilte das Amtsgericht Hannover Stefan Homburg zu einer Geldstrafe von 10.400 Euro (80 Tagessätze à 130 Euro) wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§§ 86a, 86 StGB). Gegenstand waren Tweets aus dem Jahr 2024, in denen er die Parole „Alles für Deutschland“ im Zusammenhang mit dem Wolfsgruß türkischer Fußballfans verwendete.

Das Gericht sah darin keine straffreie pädagogische Verwendung. Homburg legte Berufung ein. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; bis zum Abschluss des Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung.

Weitere zivilrechtliche Auseinandersetzungen, unter anderem Abmahnungen durch Volksverpetzer, sind dokumentiert.

Einordnung

Vor 2020 galt Stefan Homburg als etablierter Finanzwissenschaftler. Seit 2020 wird er in der Öffentlichkeit sehr unterschiedlich wahrgenommen und eingeordnet. In mehreren unabhängigen Faktenchecks sowie in Teilen der wissenschaftlichen Kritik wurden zentrale Aussagen als falsch oder irreführend eingeordnet.

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By Anton Aeberhard

Anton Aeberhard ist Journalist und schreibt zu gesundheitlichen, wissenschaftlichen sowie politischen und gesellschaftlichen Themen. Seine Beiträge befassen sich mit aktuellen Entwicklungen und deren Hintergründen. Seine Texte zeichnen sich durch analytische Tiefe und eine klare Gewichtung der zentralen Argumente aus.

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