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  • 14. Juni 2026 9:28

Nachhaltigkeit per Verfassung? Eine fragwürdige Idee

ByTony Lax

Mai 16, 2026

KOMMENTAR

Eigentlich ist der Gedanke, eine starre Obergrenze für die Bevölkerungszahl eines Landes in dessen Verfassung festzuschreiben, derart absurd, dass man darüber nur den Kopf schütteln kann.

Doch genau über einen solchen absurden Vorschlag stimmen wir am 14. Juni ab.

Die Initiative versucht, ein hochdynamisches gesellschaftliches und wirtschaftliches Phänomen mit einer starren Verfassungszahl zu kontrollieren.

Dabei fungiert der kultivierte Fremdenhass als reißfestes emotionales Trägermaterial, auf dem die SVP ihre kategorische Ablehnung der Bilateralen III und der damit verbundenen Personenfreizügigkeit (um die es im Kern geht) verkauft.

Eine durchaus erfolgsversprechende Kombi – mit der Hellebarde am Revers als Symbol sowohl gegen das böse EU-Vertragspaket wie auch gegen das lästige «Ausländerpack» (zu welchem für Hardliner A. Glarner übrigens auch die eingekauften Zweitklass-Schweizer*innen(1) gehören, was laut seiner Rechnung den Ausländeranteil in der Schweiz auf schockierende 50% erhöhe).

Und wie vor 12 Jahren bei der Ecopop-Initiative lässt man das Ganze in einem pseudogrünen Mäntelchen daherkommen und nennt die Mogelpackung euphemistisch «Nachhaltigkeitsinitiative».

Nachhaltig an dieser Etikettenschwindel-Initiative werden bei einer Annahme aber nur das administrative und juristische Chaos, die negativen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen sowie die zunehmende Isolation der Schweiz sein.

Die Probleme, die diese Vorlage anzugehen vorgibt, sind real. Sie müssen angepackt werden.

Mit einer Annahme dieser Anti-Ausländer- und Schotten-dicht-Initiative würde man meiner Ansicht nach aber einen für die Schweiz gefährlichen Weg beschreiten.

Im positiven Sinne nachhaltig für unser Land wird daher nur ein NEIN zu dieser Initiative sein.

………………..

(1) Glarner benutzt diesen Begriff zwar nicht, lässt aber keinen Zweifel daran, dass er auch die eingebürgerten Menschen so wertet und sie als eine Gefahr für die Identität der autochthonen Schweizer*innen sieht.

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