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  • 14. Juni 2026 8:50

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Die Idee ist verführerisch einfach: Deckel drauf auf zehn Millionen, dann wird alles besser – weniger Wohnungsnot, weniger Verkehr, weniger Landschaftszersiedelung. Viele Schweizer können das nachvollziehen. Doch die neue Bundesstudie zeigt schonungslos, warum diese populäre Forderung in die falsche Richtung führt.

Denn die Rechnung geht nicht auf. Zwar würde eine strikte Begrenzung der Bevölkerung an manchen Stellen tatsächlich Entlastung bringen – beim Wohnungsmarkt, bei der Infrastruktur, vielleicht auch bei manchen Sozialkosten. Aber diese Vorteile verblassen gegenüber den echten Problemen, die eine solche Politik schaffen würde.

Besonders bitter träfe es die AHV. Weniger Menschen bedeuten weniger Beitragszahler in einem System, das ohnehin unter der Alterung ächzt. Die Studie spricht von Milliardenlöchern. Gleichzeitig würden die Steuereinnahmen stärker sinken als die Ausgaben. Das ist keine Theorie, das ist simple Demografie- und Finanzmathematik.

Die Schweiz lebt von ihrer Wirtschaftskraft, von Innovation und von qualifizierten Arbeitskräften. Viele davon kommen von außen. Wer das einfach abdrehen will, riskiert nicht nur Wachstumseinbußen, sondern langfristig echten Wohlstandsverlust. Fachkräftemangel ist jetzt schon ein Thema – eine künstliche Verknappung würde ihn verschärfen.

Natürlich hat die SVP recht, wenn sie sagt, dass das rasante Wachstum der letzten Jahre spürbare Probleme geschaffen hat. Viele fühlen sich in ihrem eigenen Land fremd oder überfordert. Dieses Unbehagen ist real und ernst zu nehmen. Aber eine starre Obergrenze mit der Drohung, das Freizügigkeitsabkommen zu kündigen, ist keine Lösung. Sie ist eine Verweigerung von Politik.

Die eigentliche Aufgabe lautet nicht: Wie stoppen wir das Wachstum? Sondern: Wie gestalten wir es so, dass die Schweiz bleibt, was sie ist – wohlhabend, überschaubar und lebenswert?

Die Studie liefert dafür eine klare Botschaft: Einfache Zahlen lösen keine komplexen Probleme. Sie schaffen meist neue.

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By Sarah Koller

Sarah Koller schreibt vor allem zu Gesundheits- und Wissenschaftsthemen, behandelt aber auch soziale und historische Fragestellungen. Ihre Texte zeichnen sich durch Vielseitigkeit und die Fähigkeit aus, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten.

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