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  • 14. Juni 2026 8:38

Wo der Biber Dämme baut, kehrt das Leben zurück

ByLena Wallner

Mai 13, 2026

Wo jahrzehntelang trockener Waldboden lag, tauchen plötzlich Frösche auf, Libellen schwirren, und seltene Pflanzen finden neuen Halt. Mit ihren Dämmen stauen Biber Wasser, überschwemmen kleine Flächen und schaffen innerhalb kurzer Zeit neue Feuchtlebensräume.

Genau solche Entwicklungen wollen Forschende in der Schweiz gezielt fördern. Ein neuer Leitfaden der Eawag, WSL und ETH Zürich zeigt, wie Auen-, Sumpf- und Moorwälder mit vergleichsweise einfachen Mitteln wieder vernässt werden können. Oft genügen kleine Eingriffe: Entwässerungsgräben zuschütten, alte Drainagen entfernen oder Bäche in ein natürlicheres Bett zurückführen.

Feuchte Wälder zählen zu den artenreichsten Lebensräumen der Schweiz. In Auenwäldern kommen bis zu 84 Prozent aller im Land nachgewiesenen Arten vor. «Feuchte Wälder und ihre Gewässer werden oft schon nach kurzer Zeit von Amphibien, Insekten und weiteren Arten besiedelt», sagt Karen Bussmann-Charran von der Eawag, die im Synthesezentrum Biodiversität arbeitet.

Besonders eindrücklich ist die Wirkung des Bibers. Als natürlicher Landschaftsarchitekt schafft er mit seinen Dämmen neue Feuchtzonen. In den entstehenden Moorbereichen speichern Torfmoose zudem große Mengen Kohlenstoff.

Die Renaturierung dient deshalb nicht nur dem Artenschutz. Wälder mit höherem Grundwasserspiegel sind widerstandsfähiger gegen Trockenperioden, kühlen ihre Umgebung und können bei Starkregen mehr Wasser zurückhalten – ein Beitrag zur Klimawandel-Anpassung.

Trotzdem gibt es Hürden. Viele Entwässerungssysteme verlaufen unsichtbar unter dem Waldboden. Manche Waldeigentümer fürchten zudem Ertragseinbußen bei der Holznutzung. Bussmann-Charran verweist jedoch auf positive Erfahrungen: «Viele sind nach der Umsetzung stolz auf die entstandene Artenvielfalt und die Schönheit dieser Lebensräume.»

Der Leitfaden enthält neben praktischen Anleitungen auch Hinweise zur Rechtslage und zu Fördermöglichkeiten. Er erscheint zu einem Zeitpunkt, in dem Trockenheit und Biodiversitätsverlust immer spürbarer werden.

Die zentrale Botschaft der Forschenden ist klar: Wer Wasser in den Wald zurückbringt, stärkt nicht nur seltene Arten, sondern macht ganze Landschaften resilienter.

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By Lena Wallner

Lena Wallner ist Journalistin und behandelt vor allem politische und gesellschaftliche Themen. Sie schreibt über aktuelle Entwicklungen und gesellschaftliche Zusammenhänge. Ihre Texte zeichnen sich durch ein ausgezeichnetes Netzwerk und die Einbindung relevanter Quellen aus.

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