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  • 14. Juni 2026 9:32

Ultrafeine Partikel und Schmieröl: Neue Studie belastet Flughafen Zürich

BySarah Koller

Mai 13, 2026

Villigen/Zürich – Flugzeuge stoßen beim Starten und Landen nicht nur große Mengen ultrafeiner Partikel aus, sondern diese winzigen Teilchen können offenbar auch Rückstände von Triebwerksschmieröl enthalten. Das zeigt eine neue Studie des Paul Scherrer Institut, die erstmals Echtzeit-Messungen direkt im Umfeld des Flughafen Zürich durchgeführt hat.

Die Forschenden positionierten ihre Messgeräte etwa einen Kilometer in Windrichtung der viel genutzten Piste 28. In Kampagnen im Winter 2022 und Sommer 2024 nahmen sie über mehrere Wochen hinweg kontinuierlich Luftproben. Dank moderner Spektrometrie konnten sie die ultrafeinen Partikel praktisch in Echtzeit einzelnen Flugbewegungen zuordnen – ein methodischer Durchbruch.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Bei Start und besonders bei Landung schnellen die Konzentrationen ultrafeiner Partikel (kleiner als 100 Nanometer) bis auf 300’000 Teilchen pro Kubikzentimeter Luft hoch. Zum Vergleich: In ruhigen Nächten ohne Flugverkehr liegt der Wert oft unter 30’000. Selbst im Vergleich zu stark belasteter Stadtluft sind die Werte am Flughafen deutlich höher.

Besorgniserregend ist vor allem die Zusammensetzung. Die PSI-Forscher konnten erstmals nachweisen, dass sich an vielen dieser ultrafeinen Partikel auch Komponenten von Flugzeugturbinen-Schmieröl befinden. Besonders stark trat dies auf, wenn Maschinen in relativ niedriger Höhe (80 bis 100 Meter) über die Messstation flogen.

„Die Abgase werden durch den Abwind nach unten gedrückt“, erklärt Studienleiter Benjamin Brem.

Ultrafeine Partikel können besonders tief in die Lunge vordringen und sogar in den Blutkreislauf gelangen. Ob die zusätzlichen Schmierölrückstände die gesundheitliche Wirkung verstärken, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Vergleich mit anderen Flughäfen

Die neuen Daten aus Zürich passen zu früheren Untersuchungen an den Flughäfen Amsterdam Airport Schiphol und Flughafen Frankfurt. Überall zeigt sich dasselbe Muster: Der Großteil der ultrafeinen Partikel entsteht nicht beim eigentlichen Start, sondern vor allem beim Landeanflug und beim Rollen am Boden.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL), das die Studie finanziert hat, nimmt die Ergebnisse ernst. Als wichtigste Stellhebel gelten künftig schwefelärmerer Treibstoff und der verstärkte Einsatz von Sustainable Aviation Fuel (SAF). Auch technische Maßnahmen wie elektrische Schlepper zum Gate, um unnötigen Triebwerkslauf am Boden zu vermeiden, werden bereits diskutiert.

Der Flughafen Zürich hat in den letzten Jahren bereits einige Maßnahmen ergriffen, etwa das Verbot des Betriebs von Hilfsturbinen (APU) am Gate. Dennoch dürfte die Studie neuen politischen und regulatorischen Druck erzeugen.

Die vollständige Studie mit dem Titel Ubiquity of Aviation Ultrafine Particles and Lubrication Oil Compounds near Zurich Airport wurde am 23. April 2026 im renommierten Fachmagazin Environmental Science & Technology veröffentlicht.

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By Sarah Koller

Sarah Koller schreibt vor allem zu Gesundheits- und Wissenschaftsthemen, behandelt aber auch soziale und historische Fragestellungen. Ihre Texte zeichnen sich durch Vielseitigkeit und die Fähigkeit aus, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten.

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