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  • 14. Juni 2026 9:18

Fords E-LKW-Projekt: Warum etablierte Konzerne Disruption lernen müssen

ByDirk Specht

Mai 8, 2026

Ein sehr lesenswerter Hintergrundbericht des WSJ über ein seit 2022 bei Ford laufendes Projekt für einen E-LKW.

Was Ford hier macht, ist methodisch unverzichtbar: Knallhart die Wettbewerbsfrage stellen, wie ein kleinerer E-LKW für 30.000 USD hergestellt werden kann. Das ist nämlich in etablierten Unternehmen keineswegs die typische Herangehensweise, da sich hier oft durchsetzt, dass der Planungsprozess definiert, was so ein Fahrzeug kosten muss. Solange alle in der Branche so arbeiten, kommt man damit im Wettbewerb zurecht.

Bei disruptiven Prozessen, oft durch disruptive Technologien ausgelöst, kann man das vergessen. Der nächste Schritt ist daher oft, dass man mit den Experten des eigenen Ladens nicht weit kommt. Auch das macht Ford richtig, das Projekt wird mit Leuten aus dem Silicon Valley umgesetzt, geleitet von einem Apple-Manager.

Der Bericht zeigt aber sehr gut, welche tiefen Stolpersteine so ein Projekt hat. Ob das also gelingt, ist vollkommen offen. Die Industriegeschichte ist leider durchsetzt mit Unternehmen, die es eher nicht schaffen, während Disruptionen oft Gewinner von außen erzeugen.

Aber es gibt auch immer mehr Gegenbeispiele, was auch daran liegt, dass es so oft passiert ist. Daher wissen immer mehr Unternehmen, dass man Disruptionen nicht verhindern oder auch nur verzögern kann. Die gestaltet man wettbewerbskonform mit oder man ist danach weg. Punkt.

Wenn ich mir beispielsweise die heute noch merkbefreiten Kommentare zur Digitalisierung, zur Bedeutung von Daten, jetzt die über KI ansehe, dann lässt mich nicht nur der «hoch effiziente Verbrenner», die «Biotreppe für Gasheizungen» oder diverse H2-Spielereien bezüglich Deutschland leider skeptisch zurück.

Schlussbemerkung: Diese Kostenplanung sollten sowohl Käufer aktueller Produkte wie die Ignoranten, die gerade mal wieder vom Preisverfall gebrauchter E-Autos «berichten», beachten. E-Mobilität wird signifikant niedrigere Preise bedeuten. Das wiederum ist eine gesonderte Herausforderung für die bisherige Hochpreisstrategie der deutschen Industrie und es wird mal wieder alle «überraschen», die meinen, diese Transformation werde sehr langsam verlaufen.

Auch diese Debatte in Deutschland darf mal auf die Höhe der Zeit kommen. Erst dann wird vielleicht auch mal die Politik da ankommen und uns nicht die intellektuelle Frechheit von «hoch effizienten Verbrennern» verkaufen oder uns belügen, die Strompreise wären ursächlich für Werkschließungen sowie Entlassungen in der Autoindustrie.

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By Dirk Specht

Dirk Specht ist deutscher Autor und Kommentator mit den Schwerpunkten Wirtschafts-, Energie- und Gesellschaftspolitik. Er veröffentlicht Analysen und Kommentare zu aktuellen Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Technologie. Zuvor war er Digitalchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) und ist als Dozent und Gesprächspartner in Fachveranstaltungen aktiv. Seine Texte in der DMZ-News zeichnen sich durch analytische Tiefe und die klare Einbindung wirtschaftlicher und technischer Zusammenhänge aus.

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