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  • 16. Mai 2026 11:02

Fantasielose Strategie

ByUrs Heinz Aerni

Mai 7, 2026

KOMMENTAR

Die Schweizerische Post gehört der Eidgenossenschaft als Alleineigentümerin. Da die Post als Aktiengesellschaft agieren soll, greift der Bundesrat (Schweizer Regierung) nicht in das operative Geschäft ein.

Der Staat verlangt von der Post, dass sie die Grundversorgung im Bereich Paket- und Briefpost sowie Zahlungsverkehr garantiert. Obwohl sich alle Aktien im Besitz des Bundes befinden, also der steuerzahlenden Bevölkerung, wird von ihr verlangt, gleichzeitig Rendite abzuwerfen.

In Interviews gibt der Post-Chef Pascal Grieder bekannt, dass der Konzern nicht in allen Bereichen Gewinn erwirtschaftet. Während die Umsätze der Pakete steigen, sinken sie bei den Briefen. Pascal Grieder teilt den Medien mit, dass es zu Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen kommen werde und zu Preiserhöhungen, auch bei der Paket- und Briefpost.

Weil die bisherigen Strategien nicht den erhofften Erfolg brachten, brauche es eine neue. Und wie sieht die aus? Richtig: Service streichen, Personal entlassen und Preise erhöhen. Eigentlich ein fantasieloses Vorgehen durch Führungskräfte, die sich als kreativ und innovativ beschreiben.

In den letzten fünf Jahren erwirtschafteten die von der Post dazu gekauften Digitalfirmen ein Defizit von 342 Millionen Franken, laut Berichten in den «CH Medien».

Die Post erscheint in einem neuen Corporate Design mit neuem Logo und Schriftbild. Ein sogenanntes Rebranding in dieser Größenordnung kostet je nach Quelle einen hohen zweistelligen bis dreistelligen Millionenbetrag. Das alles gehört dazu: Strategie und Designentwicklung mit vielen Tests auf Wirkung und Zeitgeist. Neugestaltung der Fahrzeuge und Waggons durch Lackierung, Folierung, Beschriftung etc.

Bauliche Anpassungen samt Neubeschriftung von Filialen. Neugestaltung der Geschäftsdrucksachen, Arbeitsmittel, Arbeitskleidung. Neue Werbeschriften auf und an den Gebäuden, in der Werbung von Print bis Digitalem Auftritt im Web. Nicht zu vergessen die interne Schulung, die Kommunikation und die Einführungskampagne.

Während im Ausland die Post auch mit älteren Fahrzeugen ausgeliefert wird oder die Filialen nicht wie Luxus-Boutiquen daherkommen, leistet sich unsere Post eine optische Hochglanzauffrischung, um dann der Kundschaft, die zugleich Eigentümer ist, den Service zu streichen, aber dafür einen höheren Preis einfordert.

Der passende Buchtipp: «Innovation mit System» von Thomas Biermann und Günther Der, Springer Verlag

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By Urs Heinz Aerni

Urs Heinz Aerni ist Kulturveranstalter, Literaturvermittler, von BirdLife Schweiz ausgebildeter Feldornithologe und freischaffender Journalist. Er schreibt Kolumnen und Artikel zu Gesellschaft, Kultur und Natur für verschiedene deutschsprachige Medien. Zudem engagiert er sich für Kulturfestivals in Zofingen und Kufstein (Österreich) und gestaltet das Kulturprogramm des Hotels Schweizerhof in Lenzerheide (Graubünden).

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