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  • 16. Mai 2026 10:13

Untersuchung bestätigt gravierende Probleme in der Herzchirurgie am Universitätsspital Zürich

ByLena Wallner

Mai 5, 2026

Zürich – Der Fall beschäftigt das Universitätsspital Zürich seit Jahren – und sorgt immer wieder für Diskussionen über Qualität, Führung und Kontrolle in der Herzchirurgie. Wie bereits in früheren Recherchen und Berichten thematisiert wurde, standen die Abläufe in der Klinik wiederholt in der Kritik. Ein nun vorliegender umfassender Untersuchungsbericht bestätigt diese Hinweise in zentralen Punkten und zeichnet ein deutliches Bild schwerwiegender Versäumnisse zwischen 2016 und 2020.

Im Zentrum steht eine statistisch auffällige Übersterblichkeit: Nach Analyse der Fallzahlen kam es bei rund 4’500 herzchirurgischen Eingriffen zu geschätzt 68 bis 74 zusätzlichen Todesfällen im Vergleich zu ähnlichen Kliniken.

Auffällige Sterblichkeitsrate bei Tausenden Eingriffen

Die Untersuchung basiert auf einer detaillierten Auswertung der Behandlungsverläufe über mehrere Jahre hinweg. Dabei zeigt sich eine Mortalitätsrate, die signifikant über dem liegt, was in vergleichbaren Zentrumsspitälern zu erwarten wäre.

In einer vertieften Prüfung von 307 Todesfällen stuften die Fachleute 11 Fälle als unerwartet ein. In weiteren 64 Fällen kamen sie zum Schluss, dass der Tod nicht zwingend als unvermeidbar beurteilt werden kann.

Neue Technologien unter besonderer Beobachtung

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Einsatz neuartiger Herzklappen und Implantate. Insgesamt kamen in 59 Fällen innovative oder in Teilen von der Klinik mitentwickelte Produkte zum Einsatz.

In 13 dieser Fälle gelangten die Untersuchenden zur Einschätzung, dass der Einsatz medizinisch nicht ausreichend begründet war. Damit rückt auch die Frage nach der Trennung zwischen klinischer Entscheidung und Produktentwicklung in den Fokus.

Führung, Kontrolle und Verantwortung

Der Bericht kritisiert nicht nur einzelne Entscheidungen, sondern vor allem strukturelle Defizite. Hinweise auf Probleme seien zwar vorhanden gewesen, seien jedoch zu spät oder nicht konsequent genug aufgegriffen worden.

Im Zentrum der Betrachtung steht die damalige Leitung der Herzchirurgie unter Francesco Maisano. Die Untersuchenden verweisen insbesondere auf mögliche Interessenkonflikte im Zusammenhang mit der Entwicklung und Anwendung neuer Behandlungsmethoden.

Spital reagiert mit personellen Konsequenzen

Die Folgen des Berichts sind deutlich: Mehrere Mitglieder des Spitalrats haben ihre Ämter niedergelegt. Das Universitätsspital Zürich räumte Versäumnisse ein und entschuldigte sich öffentlich bei betroffenen Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen.

Parallel dazu wurden einzelne Fälle an die Zürcher Staatsanwaltschaft überwiesen. Dort wird nun geprüft, ob strafrechtlich relevante Tatbestände vorliegen.

Neustart unter verschärften Kontrollen

Das Universitätsspital betont, die Herzchirurgie sei inzwischen organisatorisch und fachlich neu aufgestellt worden. Interne Kontrollmechanismen seien verstärkt, Entscheidungsprozesse transparenter gestaltet worden. Nach Angaben des Spitals bewegen sich die aktuellen Ergebnisse wieder im Rahmen vergleichbarer Kliniken.

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By Lena Wallner

Lena Wallner ist Journalistin und behandelt vor allem politische und gesellschaftliche Themen. Sie schreibt über aktuelle Entwicklungen und gesellschaftliche Zusammenhänge. Ihre Texte zeichnen sich durch ein ausgezeichnetes Netzwerk und die Einbindung relevanter Quellen aus.

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