Washington/Berlin – Die Vereinigten Staaten ziehen rund 5.000 Soldaten aus Deutschland ab. Das Pentagon teilte am 1. Mai 2026 mit, dass der Abzug innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate erfolgen soll. Betroffen ist damit etwa jeder siebte der derzeit rund 35.000 bis 39.000 in Deutschland stationierten US-Soldaten.
Offiziell spricht das US-Verteidigungsministerium von einer routinemäßigen Überprüfung der Truppenpräsenz in Europa. Tatsächlich dürfte die Entscheidung aber vor allem politisch motiviert sein. Sie folgt auf einen offenen Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz über den Krieg gegen den Iran.
Merz hatte die amerikanische Strategie scharf kritisiert und von einer fehlenden Exit-Strategie gesprochen. Trump reagierte verärgert und drohte wenig später mit Truppenreduzierungen. Verteidigungsminister Pete Hegseth setzte die Maßnahme nun um. Trump selbst deutete an, dass es dabei nicht bleiben könnte. „We’re going to cut way down. And we’re cutting a lot further than 5,000“, sagte er.
In Berlin fiel die Reaktion betont gelassen aus. Verteidigungsminister Boris Pistorius nannte den Schritt „absehbar“ und betonte, die Stationierung amerikanischer Soldaten liege weiterhin im Interesse beider Länder. Gleichzeitig rief er dazu auf, den europäischen Pfeiler in der NATO zu stärken.
Die NATO kündigte Gespräche mit Washington an, um die genauen Auswirkungen zu klären. Sicherheitskreise erwarten, dass der militärische Effekt überschaubar bleibt – auch nach dem Abzug wären mehr als 30.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert.
Kritik kommt hingegen aus Teilen des US-Kongresses. Einige republikanische Abgeordnete warnen, der Schritt sende das falsche Signal an Russland. Für die betroffenen Regionen in Rheinland-Pfalz und Bayern drohen zudem wirtschaftliche Einbußen. Die US-Stützpunkte sind dort seit Jahrzehnten wichtige Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktoren.
Der Teilabzug ist nur der jüngste Ausdruck einer seit längerem belasteten transatlantischen Beziehung.
Fehler- und Korrekturhinweise
Wenn Sie einen Fehler entdecken, der Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollte, teilen Sie ihn uns bitte mit, indem Sie an feedback@dmz-news.online schreiben. Wir sind bestrebt, eventuelle Fehler zeitnah zu korrigieren, und Ihre Mitarbeit erleichtert uns diesen Prozess erheblich.
Bitte geben Sie in Ihrer E-Mail die folgenden Informationen sachlich an: Ort des Fehlers: Geben Sie uns die genaue URL/Webadresse an, unter der Sie den Fehler gefunden haben.
Beschreibung des Fehlers:
Teilen Sie uns bitte präzise mit, welche Angaben oder Textpassagen Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollten und auf welche Weise. Wir sind offen für Ihre sinnvollen Vorschläge.
Belege: Idealerweise fügen Sie Ihrer Nachricht Belege für Ihre Aussagen hinzu, wie beispielsweise Webadressen. Das erleichtert es uns, Ihre Fehler- oder Korrekturhinweise zu überprüfen und die Korrektur möglichst schnell durchzuführen. Wir prüfen eingegangene Fehler- und Korrekturhinweise so schnell wie möglich.
Vielen Dank für Ihr konstruktives Feedback!
Unterstützen Sie unabhängigen Journalismus
Seit unserer Gründung setzt sich die DMZ dafür ein, dass verlässliche Informationen für alle zugänglich sind. In einer Zeit, in der Desinformation und soziale Medien die Nachrichtenlandschaft prägen, ist unabhängiger Journalismus wichtiger denn je.
Wir glauben daran, dass jede:r das Recht hat, faktenbasierte, hochwertige Nachrichten zu erhalten – ohne Paywall und ohne Unterbrechungen. Unser Ziel ist es, Journalismus zu machen, der informiert, erklärt und Vertrauen schafft.
Unsere Leser:innen sind das Herzstück dieser Arbeit. Nur durch Ihre Unterstützung können wir weiterhin unabhängig, kritisch und engagiert berichten. Jeder Beitrag – egal wie klein – hilft uns, dieses Ziel zu erreichen.
Helfen Sie mit, Journalismus frei zugänglich zu halten. Unterstützen Sie die DMZ noch heute.
