Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei einem im Staatsfernsehen übertragenen Treffen mit Regierungsvertretern eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung zu Jahresbeginn eingeräumt.
Nach Angaben aus dem Kreml sei das Bruttoinlandsprodukt in den Monaten Januar und Februar 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent zurückgegangen. Betroffen seien insbesondere die Industrieproduktion, das verarbeitende Gewerbe sowie der Bausektor.
„Insgesamt ist das BIP im Januar und Februar um 1,8 Prozent geschrumpft. Die verarbeitende Industrie, die Industrieproduktion insgesamt sowie der systemisch wichtige Bausektor haben Verluste erlitten“, sagte Putin laut Kreml-Transkript eines Treffens mit Regierungsmitgliedern, darunter Ministerpräsident Michail Mischustin und Zentralbankchefin Elwira Nabiullina.
Putin verwies zudem auf eine Abweichung der aktuellen Entwicklung von den Erwartungen der Regierung und der Zentralbank. „Ich erwarte heute detaillierte Berichte über die aktuelle Wirtschaftslage und darüber, warum die Entwicklung der makroökonomischen Indikatoren derzeit hinter den Erwartungen zurückbleibt“, sagte er.
Als mögliche Einflussfaktoren nannte der Präsident saisonale Effekte wie eine geringere Zahl an Arbeitstagen zu Jahresbeginn sowie witterungsbedingte Besonderheiten. Diese erklärten die Entwicklung jedoch nur teilweise, so Putin.
„Diese sind natürlich objektive Umstände, aber es ist klar, dass sie bei weitem nicht die einzigen Faktoren sind“, sagte er mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung.
Zum Abschluss des Treffens forderte Putin Vorschläge zur Stärkung der Binnenwirtschaft sowie zur Förderung von Unternehmensinvestitionen und Beschäftigung in produktiveren Sektoren.
In den vergangenen Jahren hatte die russische Wirtschaft trotz westlicher Sanktionen und des Kriegs gegen die Ukraine zeitweise Wachstum verzeichnet, getragen insbesondere von hohen Staatsausgaben und Energieexporten. Für 2025 und 2026 hatten offizielle Prognosen bereits eine deutliche Verlangsamung signalisiert.
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