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  • 16. Mai 2026 9:40

Schweizer Forschung auf dem Prüfstand der Zukunft: Wie Empa Innovationen in reale Lösungen übersetzt

ByAnton Aeberhard

Apr. 23, 2026

Dübendorf – In einer Zeit zunehmender globaler Unsicherheiten versteht sich die Empa als Bindeglied zwischen Grundlagenforschung und praktischer Anwendung. Der Jahresbericht 2025 zeigt eine Institution, die bewusst den Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft sucht – und ihre Arbeit nicht auf das Labor beschränkt.

Ein zentrales Motiv zieht sich durch den Bericht: die Notwendigkeit, flexibel zu bleiben. Angesichts von Klimakrise, geopolitischen Spannungen, demografischem Wandel und rasanten technologischen Entwicklungen wird deutlich, dass Forschung heute schneller auf Veränderungen reagieren und stärker vernetzt sein muss.

Vom Labor in die Realität

Wie sich dieser Anspruch konkret niederschlägt, zeigen verschiedene Projekte: Forschende arbeiten an selbstheilenden Lithium-Ionen-Batterien, entwickeln Ansätze zur Wiederverwendung bestehender Infrastrukturen und verbessern das Recycling komplexer Materialien wie carbonfaserverstärkter Kunststoffe.

Gleichzeitig geht die Forschung über klassische Materialwissenschaft hinaus. So wird etwa untersucht, welches Potenzial Nanotechnologie in der Krebsbekämpfung haben könnte. Neue Betonkonzepte sollen dazu beitragen, den CO₂-Ausstoss zu reduzieren. Auch ungewöhnlichere Ansätze finden ihren Platz, etwa Batterien auf Pilzbasis – ein Hinweis darauf, wie stark sich biologische und technische Forschung zunehmend überschneiden.

Die Digitalisierung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Künstliche Intelligenz kommt unter anderem bei der Steuerung von Stromnetzen zum Einsatz, was für die Stabilität und Effizienz zukünftiger Energiesysteme relevant ist.

Quantensprung aus Kohlenstoff

Ein besonders ambitioniertes Vorhaben ist das Labor „CarboQuant“. Dort wird erforscht, wie sich quantenphysikalische Effekte in Kohlenstoffstrukturen nutzen lassen. Ziel ist es, Grundlagen für nachhaltige Quantentechnologien zu schaffen – mit möglichen Anwendungen, die bis zu neuen Computertechnologien reichen könnten.

Damit bewegt sich die Empa in einem Forschungsbereich, der international stark an Bedeutung gewinnt und gleichzeitig mit hohen Investitionen und intensiver Zusammenarbeit verbunden ist.

Innovation als Gemeinschaftsleistung

Auffällig ist zudem die Bedeutung von Kooperationen. Partnerschaften im In- und Ausland wurden weiter ausgebaut, ebenso der Austausch mit der Wirtschaft. Spin-offs und Demonstrationsprojekte wie das Forschungsgebäude „NEST“ dienen dazu, neue Technologien unter realen Bedingungen zu testen.

Auch die Einwerbung zusätzlicher Drittmittel hat laut Bericht zur Schaffung neuer Forschungsstellen beigetragen – ein Zeichen dafür, dass der Wettbewerb um Ressourcen und Fachkräfte zunimmt.

Zwischen Anspruch und Verantwortung

Der Bericht macht deutlich, dass die Empa ihre Rolle nicht allein im technologischen Fortschritt sieht. Vielmehr geht es auch darum, gesellschaftliche Entwicklungen früh zu erkennen und in die Forschung einzubeziehen sowie nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

Gleichzeitig bleibt der Spagat anspruchsvoll: Der Druck, zeitnah anwendbare Ergebnisse zu liefern, wächst. Viele der behandelten Themen – etwa Klimawandel oder Energieversorgung – sind jedoch langfristig und komplex. Ob sich dieser Gegensatz dauerhaft auflösen lässt, bleibt offen.

Der Jahresbericht 2025 der Empa ist damit mehr als eine reine Bestandsaufnahme. Er zeigt, wie sich eine Forschungseinrichtung strategisch ausrichtet: interdisziplinär, anwendungsorientiert und international vernetzt.

Die Richtung ist klar. Entscheidend wird jedoch sein, inwieweit es gelingt, aus vielversprechenden Ansätzen tatsächlich tragfähige Lösungen zu entwickeln.

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By Anton Aeberhard

Anton Aeberhard ist Journalist und schreibt zu gesundheitlichen, wissenschaftlichen sowie politischen und gesellschaftlichen Themen. Seine Beiträge befassen sich mit aktuellen Entwicklungen und deren Hintergründen. Seine Texte zeichnen sich durch analytische Tiefe und eine klare Gewichtung der zentralen Argumente aus.

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