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  • 16. Mai 2026 10:52

Mehr heimisches Gas: PSI-Studie sieht großes Biomethan-Potenzial in der Schweiz

BySarah Koller

Apr. 18, 2026

Villigen/Bern – Die Schweiz könnte künftig einen erheblichen Teil ihres Gasbedarfs selbst decken – durch intelligente Nutzung von Biomasse. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Paul Scherrer Institut (PSI) im Auftrag des Bundesamt für Energie (BFE). Demnach ließen sich Gasimporte signifikant reduzieren und die Abhängigkeit vom internationalen Markt spürbar verringern.

Hintergrund sind volatile Energiepreise und geopolitische Risiken. „Es gibt Wege, die Abhängigkeit von fossilen Importen zu verringern und unsere Wirtschaft ein gutes Stück weit gegenüber solchen Ereignissen zu immunisieren“, sagt Tilman Schildhauer vom PSI.

Dr. Tilman Schildhauer

«Wichtig ist es, immer das Gesamtsystem vor Augen zu haben, und nicht zu sehr kleinteilig auf kommunale Möglichkeiten zu schauen.» © Scanderbeg Sauer Photography

Deutlich sinkender Gasbedarf als Voraussetzung

Zentral ist ein stark veränderter Energiemix: Durch Elektrifizierung, vor allem mit Wärmepumpen, könnte der Gasverbrauch langfristig um den Faktor drei bis fünf sinken. Erst auf dieser Basis wird das Potenzial von Biomethan relevant.

Es wird aus Reststoffen wie Holzresten, Grünabfällen und Klärschlamm gewonnen – ohne Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Technologien wie Holzvergaser, Biogasanlagen und Methanisierung kommen zum Einsatz. Unter diesen Bedingungen könnten 25 bis 50 Prozent des künftig deutlich geringeren Gasbedarfs durch heimisches Biomethan gedeckt werden.

Keine vollständige Autarkie – aber weniger Abhängigkeit

Eine komplette Selbstversorgung bleibt unrealistisch. „Eine vollständige Autarkie werden wir beim Gas nicht erreichen, aber wir können die heutige extreme Abhängigkeit deutlich reduzieren“, so Tilman Schildhauer. Gas bleibe unverzichtbar für Gaskraftwerke bei Dunkelflauten und für industrielle Hochtemperaturprozesse, ergänzt sein PSI-Kollege Christian Bauer.

Christian Bauer

«Das Erdgas, das wir heute importieren, können wir zu einem guten Teil durch Biomethan aus eigenen Quellen ersetzen.» © Paul Scherrer Institut PSI/Markus Fischer

Strukturelle Grenzen

Die Schweiz kann wegen Topografie und Bevölkerungsdichte keine Energiepflanzen im großen Stil anbauen. Der Fokus liegt daher auf Abfall- und Reststoffen. Zudem erfordert der Ausbau erhebliche Investitionen, und nicht alle Verfahren sind schon vollständig marktreif. Entscheidend ist, dass die Elektrifizierung tatsächlich in diesem Umfang gelingt.

Interesse auch in Deutschland und Österreich

Die Erkenntnisse sind auch für die Nachbarländer relevant, wo ebenfalls über den Ausbau von Biomethan diskutiert wird. Die Studie betont einen systemischen Ansatz: Biomethan wirkt am besten als Teil eines insgesamt effizienteren Energiesystems.

Damit ist Biomethan aus Biomasse kein Allheilmittel, aber ein wichtiger Baustein der Energiewende – für mehr Versorgungssicherheit bei gleichzeitiger Reduktion fossiler Importe.

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By Sarah Koller

Sarah Koller schreibt vor allem zu Gesundheits- und Wissenschaftsthemen, behandelt aber auch soziale und historische Fragestellungen. Ihre Texte zeichnen sich durch Vielseitigkeit und die Fähigkeit aus, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten.

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