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  • 12. April 2026 11:19

Trump droht Iran mit Angriffen auf Infrastruktur – Ultimatum endet am Dienstagabend

ByAnton Aeberhard

Apr. 7, 2026

Washington/Teheran – US-Präsident Donald Trump hat dem Iran ein Ultimatum gestellt, das am Dienstag um 20 Uhr Eastern Time (02 Uhr Mitteleuropäischer Zeit am Mittwoch) ausläuft. Sollte die Straße von Hormuz bis dahin nicht vollständig für den Schiffsverkehr geöffnet werden, drohen massive US-Angriffe auf die iranische Infrastruktur, darunter Kraftwerke und Brücken. Die Ankündigung verschärft die seit über einem Monat andauernde Eskalation zwischen den USA, Israel und Iran weiter und wirft erneut Fragen zu Trumps Führungsstil und seiner Eskalationspolitik auf.

Bereits am Ostersonntag (5. April) hatte Trump seine Drohungen in ungewöhnlich scharfer und provokativer Form auf Truth Social veröffentlicht: „Tuesday will be Power Plant Day, and Bridge Day, all wrapped up in one, in Iran. There will be nothing like it!!! Open the Fuckin’ Strait, you crazy bastards, or you’ll be living in Hell – JUST WATCH!“ Später präzisierte er den Zeitpunkt: „Tuesday, 8:00 P.M. Eastern Time!“ Diese Formulierungen gelten international als extrem untypisch für diplomatische Kommunikation und zeigen Trumps rücksichtsloses Vorgehen im Umgang mit einem internationalen Krisenherd.

Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus am Montag (6. April) wiederholte Trump die Drohung und erklärte, jede Brücke in Iran werde bis Mitternacht zerstört und jedes Kraftwerk werde „außer Betrieb, brennend und explodierend“ sein – und dies innerhalb von nur vier Stunden. Er fügte hinzu, das gesamte Land könne „in einer Nacht ausgelöscht“ werden. Das Ultimatum sei „final“. Experten kritisieren, dass Trumps Wortwahl und die geplante Eskalation nicht nur hochriskant, sondern auch politisch und völkerrechtlich äußerst problematisch sind.

Die strategische Bedeutung der Straße von Hormuz

Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Etwa ein Fünftel des globalen Öl- und Gastransports passiert diese Route. Seit den US- und israelischen Angriffen auf Iran Ende Februar/Anfang März 2026 ist die Passage weitgehend blockiert – unter anderem durch Seeminen und Angriffe auf Schiffe. Die Folge sind deutlich gestiegene Ölpreise und Störungen internationaler Lieferketten.

Trump hatte in den vergangenen Wochen mehrmals Fristen gesetzt, die teilweise verlängert wurden. Iran hat die Forderungen bisher zurückgewiesen und mit Gegenschlägen auf zivile Ziele in der Region gedroht, darunter Energie- und Entsalzungsanlagen in Golfstaaten. Analysten warnen, dass Trumps Vorgehensweise die Wahrscheinlichkeit einer unkontrollierten Eskalation deutlich erhöht.

Karte der Straße von Hormuz, der strategisch wichtigen Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, durch die ein großer Teil des weltweiten Öl‑ und Gasverkehrs passiert. (Quelle: Wikimedia Commons, Public Domain)

Völkerrechtliche Bedenken

Völkerrechtsexperten warnen, dass systematische Angriffe auf zivile Energie- und Verkehrsinfrastruktur unverhältnismäßig sein und den Tatbestand von Kriegsverbrechen erfüllen könnten. Trump erklärte dazu, er mache sich „überhaupt keine Sorgen“ um solche Vorwürfe. Diese Haltung wird international scharf kritisiert, da sie grundlegende Prinzipien des humanitären Völkerrechts missachtet.

Ein von US-Seite vorgeschlagener vorübergehender Waffenstillstand wurde von Iran abgelehnt. Teheran fordert eine dauerhafte Lösung und erklärt, die Straße von Hormuz werde nicht in den früheren Zustand zurückkehren, solange die Angriffe andauern.

Militärische und wirtschaftliche Lage

Am Montag traten Trump gemeinsam mit Verteidigungsminister Pete Hegseth und dem Vorsitzenden der Joint Chiefs of Staff, General Dan Caine, vor die Presse. Für Dienstagvormittag ist ein weiteres Pentagon-Briefing mit Hegseth und Caine geplant.

In den vergangenen Wochen haben die USA iranische Energie- und Nuklearanlagen angegriffen. Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel und Ziele in der Golfregion. Der Konflikt hat bereits mehrere Tausend Tote gefordert.

Zum Stand Dienstagvormittag gibt es keine Hinweise, dass Iran die Straße von Hormuz freigegeben hat. Die nächsten Stunden gelten als hochgradig kritisch: Eine diplomatische Lösung in letzter Minute ist möglich – ebenso eine weitere massive militärische Eskalation. Beobachter sehen Trumps Vorgehen als riskant und unberechenbar, da es die Region weiter destabilisieren könnte und die Gefahr eines großflächigen Krieges steigt.

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By Anton Aeberhard

Anton Aeberhard ist Journalist und schreibt zu gesundheitlichen, wissenschaftlichen sowie politischen und gesellschaftlichen Themen. Seine Beiträge befassen sich mit aktuellen Entwicklungen und deren Hintergründen. Seine Texte zeichnen sich durch analytische Tiefe und eine klare Gewichtung der zentralen Argumente aus.

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