Die Omikron-Nachfolgevariante BA.3.2, die in den Medien häufig als „Cicada“ bezeichnet wird, zieht derzeit die Aufmerksamkeit der globalen SARS‑CoV‑2-Überwachung auf sich. Die erste Sequenz dieser Linie wurde am 22. November 2024 in Südafrika nachgewiesen. Seitdem gibt es sporadische Meldungen aus mehreren Ländern.
Verbreitung und Häufigkeit
Ab September 2025 stieg die Häufigkeit von BA.3.2 in einzelnen europäischen Regionen deutlich an. In Deutschland, den Niederlanden und Dänemark erreichte ihr Anteil an genetisch sequenzierten Proben zwischen November 2025 und Januar 2026 zeitweise bis zu 30 %, bevor die Anteile wieder zurückgingen. In den USA lag die Prävalenz laut CDC bei etwa 0,2–0,55 %, vor allem nachgewiesen über Abwasser-Surveillance, während klinische Fälle bisher selten dokumentiert wurden.
BA.3.2 zeichnet sich durch eine hohe Anzahl an Spike-Protein-Mutationen aus, mehr als manche vorherigen Omikron-Varianten. Diese genetische Divergenz erklärt das Potenzial zum Immune-Escape: Laboruntersuchungen zeigen eine verminderte Neutralisation durch Antikörper, die entweder durch Impfungen oder vorherige Infektionen gebildet wurden.
Klinisches Bild
Die Symptome entsprechen weitgehend dem bekannten Omikron-Profil: Husten, Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit sowie gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden oder Atemprobleme. Trotz regionaler Anteile von bis zu 30 % wurde bislang kein Anstieg schwerer Krankheitsverläufe beobachtet. Die bestehende Immunität durch Impfung oder frühere Infektionen scheint weiterhin wirksamen Schutz gegen schwere Erkrankungen zu bieten.
Impfstatus und Schutzwirkung
Die derzeit eingesetzten Impfstoffe (2025/26 angepasst auf JN.1/LP.8.1) zeigen eine reduzierte Neutralisation gegenüber BA.3.2, insbesondere bei der Verhinderung einer Infektion. Der Schutz vor Hospitalisierung und schweren Verläufen bleibt jedoch weitgehend erhalten.
Epidemiologische Bewertung
Gesundheitsbehörden stufen BA.3.2 aktuell als „Variant Under Monitoring“ ein. Dies bedeutet, dass die Linie genau beobachtet wird, aber bisher keine Hinweise auf eine erhöhte Virulenz oder deutlich höhere Übertragbarkeit vorliegen. Die weitere Entwicklung hängt unter anderem von der globalen Immunität, den Impfkampagnen und der Überwachung ab.
Fazit
BA.3.2 („Cicada“) ist eine genetisch stark divergente Omikron-Subvariante mit Potenzial für Immune-Escape. Gleichzeitig gibt es bislang keine Hinweise auf eine Zunahme schwerer Erkrankungen. Ihr Auftreten unterstreicht die fortlaufende Evolution von SARS‑CoV‑2 und die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Überwachung sowie weiterer wissenschaftlicher Forschung.
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