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  • 12. April 2026 10:19

Mehr Bewegung, geringeres Risiko: Warum die Intensität entscheidend ist

BySarah Koller

Apr. 1, 2026

Wie stark schützt Bewegung tatsächlich vor chronischen Krankheiten? Eine große bevölkerungsbasierte Studie legt nahe: Nicht allein die Dauer körperlicher Aktivität ist entscheidend – sondern vor allem deren Intensität. Die Ergebnisse wurden im European Heart Journal, dem Fachjournal der European Society of Cardiology (ESC), veröffentlicht.

Intensität als zentraler Faktor

Untersucht wurde das Verhältnis zwischen Gesamtbewegung und intensiver körperlicher Aktivität. Die Studie mit dem Titel „Volume vs intensity of physical activity and risk of cardiovascular and non-cardiovascular chronic diseases“ kommt zu einem klaren Ergebnis: Bei vergleichbarer Gesamtaktivität schneiden jene Personen gesundheitlich besser ab, die einen größeren Anteil an intensiver Bewegung in ihren Alltag integrieren.

Konkret zeigt sich:

  • Deutlicher Schutzeffekt durch hohe Intensität: Ein höherer Anteil sogenannter „vigorous physical activity“ (VPA) geht mit einem klar reduzierten Risiko für eine Reihe chronischer Erkrankungen einher. Dazu zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Atemwegserkrankungen, Immunerkrankungen, chronische Nierenerkrankungen sowie Demenz.
  • Breite Risikoreduktion: Bereits ein Anteil von mehr als vier Prozent intensiver Aktivität an der Gesamtbewegung war mit einer Risikoreduktion zwischen 29 und 61 Prozent verbunden – im Vergleich zu Personen ohne intensive Aktivität.
  • Qualität vor Quantität: Die Auswertungen legen nahe, dass die Intensität der Bewegung in vielen Fällen stärker mit gesundheitlichen Vorteilen verknüpft ist als die reine Dauer.

Breite Datengrundlage

Die Analyse stützt sich auf Daten der UK Biobank, einer der weltweit größten Gesundheitsdatenbanken:

  • Rund 96’000 Teilnehmende mit objektiv gemessener körperlicher Aktivität mittels Beschleunigungssensoren am Handgelenk.
  • Weitere etwa 375’000 Personen mit selbstberichteten Bewegungsdaten.
  • Untersucht wurden acht chronische Erkrankungen sowie die Gesamtsterblichkeit.

Diese Kombination aus objektiven Messungen und Selbstauskünften erlaubt eine differenzierte Betrachtung des Bewegungsverhaltens.

Bedeutung für Prävention und Leitlinien

Die Ergebnisse unterstreichen, dass körperliche Aktivität kein einheitlicher Faktor ist. Entscheidend ist nicht nur, ob sich Menschen bewegen, sondern wie sie sich bewegen. Für die Prävention chronischer Erkrankungen ergibt sich daraus eine wichtige Präzisierung: Intensive Belastungsphasen könnten eine besonders wirksame Rolle spielen.

Bestehende Empfehlungen – etwa jene der Weltgesundheitsorganisation – sehen bereits eine Kombination aus moderater und intensiver Aktivität vor. Die vorliegenden Daten stützen diesen Ansatz und legen nahe, dass insbesondere der Anteil intensiver Bewegung stärker gewichtet werden könnte.

Einordnung in die Forschung

Der Zusammenhang zwischen Bewegung und Herz-Kreislauf-Gesundheit ist seit Langem gut belegt. Regelmäßige körperliche Aktivität senkt nachweislich das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Stoffwechselerkrankungen. Unklar war bislang jedoch, welchen Stellenwert die Intensität im Verhältnis zur Gesamtbewegung einnimmt.

Die aktuelle Studie erweitert den bisherigen Kenntnisstand, indem sie:

  • objektive Messdaten und subjektive Angaben kombiniert,
  • Zusammenhänge zwischen Intensität und Krankheitsrisiken differenziert analysiert,
  • und mehrere Krankheitsbilder gleichzeitig berücksichtigt.

Damit liefert sie einen präziseren Blick auf die Rolle von Bewegung in der Präventionsmedizin.

Konsequenzen für den Alltag

Für die Gesundheitsförderung lassen sich daraus konkrete Schlüsse ziehen:

  • Bewegung bleibt zentral – doch gezielte Phasen höherer Intensität können zusätzliche Vorteile bringen.
  • Präventionsprogramme könnten stärker darauf ausgerichtet werden, intensive Aktivität in den Alltag zu integrieren.
  • In der medizinischen Beratung könnten individuell angepasste Bewegungsziele künftig stärker gewichtet werden.

Fazit

Die Studie zeigt: Körperliche Aktivität ist nicht gleich körperliche Aktivität. Neben dem Umfang spielt die Intensität eine entscheidende Rolle für das Risiko chronischer Erkrankungen. Für Prävention und Gesundheitsstrategien bedeutet das eine wichtige Differenzierung – und eröffnet neue Ansatzpunkte, um die Belastung durch weit verbreitete Krankheiten langfristig zu senken.

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By Sarah Koller

Sarah Koller schreibt vor allem zu Gesundheits- und Wissenschaftsthemen, behandelt aber auch soziale und historische Fragestellungen. Ihre Texte zeichnen sich durch Vielseitigkeit und die Fähigkeit aus, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten.

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