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  • 12. April 2026 11:11

G10 in Yaoundé: Nettoimporteure fordern Ernährungssicherheit

ByAnton Aeberhard

März 31, 2026

Bern/Yaoundé – Hohe Beamte der G10-Gruppe haben sich am Rande der 14. WTO-Ministerkonferenz (MC14) in Yaoundé (Kamerun) getroffen. Auf Einladung der Schweiz diskutierten die Vertreter der Nettoimporteure von Nahrungsmitteln die laufenden Agrarverhandlungen. Sie bekräftigten ihre Bereitschaft zu konstruktiver Mitarbeit, machten aber klar, dass ihre spezifischen Interessen und die Ernährungssicherheit berücksichtigt werden müssen.

Das Treffen leitete Jean-Marc Chappuis, stellvertretender Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW). Die G10-Mitglieder unterstrichen die Bedeutung eines funktionsfähigen, regelbasierten multilateralen Handelssystems – besonders vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen, Lieferunterbrüche und Preisinstabilitäten.

Kernanliegen der G10

  • Ernährungssicherheit als oberste Priorität
  • Berücksichtigung der Lage von Nettoimporteuren bei allen Agrarentscheiden
  • Ein ausgewogenes und umfassendes Verhandlungsergebnis
  • Fortschritte bei Exportrestriktionen, die die globale Versorgung gefährden können
  • Vereinbarkeit der WTO-Regeln mit nationalen Agrarpolitiken

Die Gruppe äußerte Hoffnung auf ein erfolgreiches Ergebnis der MC14 und betonte, dass die WTO zur Vorhersehbarkeit der Märkte und zur Stabilität der Ernährungssysteme beitragen müsse. Weitere Diskussionen nach der Konferenz sollen ausgewogen geführt werden, ohne künftigen Ergebnissen vorzugreifen.

Einordnung: Schweizer Diplomatie in der Agrararena

Die G10 ist eine von der Schweiz seit Jahren koordinierte informelle Gruppe von Ländern – darunter Japan, Norwegen, Südkorea, Island, Liechtenstein und weitere – die in den WTO-Agrarverhandlungen die Position von Nettoimporteuren vertreten. Im Gegensatz zu großen Exportnationen wie den USA oder Brasilien setzen sie auf den Schutz der eigenen Landwirtschaft, hohe Standards und die Sicherung der Versorgung.

Für die Schweiz ist die G10 ein wichtiges Instrument, um ihre auf Grenzschutz, Direktzahlungen und Multifunktionalität ausgerichtete Agrarpolitik international abzustützen. In den seit der Doha-Runde weitgehend blockierten Verhandlungen dient die Gruppe als Gegengewicht zu liberalisierungsorientierten Positionen.

Das Treffen in Yaoundé findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die MC14 unter dem Druck globaler Herausforderungen steht: Klimawandel, geopolitische Konflikte und anhaltende Ernährungsunsicherheit in vielen Regionen. Ob die Konferenz konkrete Fortschritte in der Landwirtschaft bringt, ist noch offen. Für Bern ist bereits das Signal zentral, dass die Anliegen der Importländer nicht übergangen werden dürfen.

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By Anton Aeberhard

Anton Aeberhard ist Journalist und schreibt zu gesundheitlichen, wissenschaftlichen sowie politischen und gesellschaftlichen Themen. Seine Beiträge befassen sich mit aktuellen Entwicklungen und deren Hintergründen. Seine Texte zeichnen sich durch analytische Tiefe und eine klare Gewichtung der zentralen Argumente aus.

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