Bundesrat verabschiedet Strategie „Digitale Schweiz 2026“ mit Fokus auf Souveränität, Gaststaat-Rolle und E‑ID
Bern – Der Schweizer Bundesrat hat die aktualisierte Strategie «Digitale Schweiz 2026» verabschiedet und damit die Leitlinien für die digitale Transformation des Landes im kommenden Jahr gesetzt. Die Strategie fokussiert auf drei Schwerpunkte: digitale Souveränität, die Positionierung der Schweiz als digitaler Gaststaat und die Einführung der elektronischen Identität (E‑ID). Ziel ist es, die digitale Entwicklung in Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft geordnet voranzutreiben.
Die Strategie «Digitale Schweiz» besteht in ihrer heutigen Form seit 2022 und wird jährlich vom Bundesrat überarbeitet. Sie dient als Orientierungsrahmen für staatliche Behörden, Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Damit sollen die Chancen der Digitalisierung genutzt und Risiken wie Cyberangriffe, Datenabhängigkeiten oder technische Ausfälle minimiert werden.
Digitale Souveränität: Handlungsfähigkeit in Krisen stärken
Ein zentrales Anliegen der Strategie ist die digitale Souveränität. Der Bundesrat will die Widerstands- und Handlungsfähigkeit der Bundesverwaltung im digitalen Raum erhöhen, etwa durch Stärkung technischer Resilienz in Krisensituationen und den Schutz zentraler digitaler Infrastrukturen. In Zeiten internationaler Abhängigkeiten und geopolitischer Spannungen soll die Schweiz in technischer und organisatorischer Hinsicht handlungsfähig bleiben.
Schweiz als digitaler Gaststaat
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Rolle der Schweiz als digitaler Gaststaat. Das Land möchte seine internationale Stellung in Bereichen wie Cyberresilienz, sicheren Datenzentren und Cloud-Infrastrukturen stärken. Besonders das internationale Genf soll als Standort für digitale Zusammenarbeit und Normsetzung ausgebaut werden. Damit sollen die Rahmenbedingungen für digitale Kompetenzzentren verbessert werden, wobei die Schweizer Neutralität als Vorteil genutzt wird.
Einführung der E‑ID
Die Einführung der elektronischen Identität (E‑ID) ist politisch umstritten. Sie wurde im September 2025 in einer Volksabstimmung knapp angenommen [1]. Die E‑ID soll Schweizerinnen und Schweizern im In- und Ausland ermöglichen, sich sicher digital auszuweisen – beispielsweise bei Online-Behördengängen oder Bankgeschäften. Der Bund plant Anpassungen, um Datenschutz, Datennutzung und Sicherheit klarer zu regeln und so die Akzeptanz zu erhöhen.
Austausch mit Zivilgesellschaft und Wirtschaft
Zu jedem Schwerpunkt organisiert der Bund Beiratstreffen, an denen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Behörden und Zivilgesellschaft teilnehmen. Seit 2021 haben mehrere solcher Dialogformate stattgefunden. Sie sollen sicherstellen, dass die Strategie an die realen Bedürfnisse der Bevölkerung und Wirtschaft angepasst wird.
Einordnung: Was bedeutet die Strategie für die Bevölkerung?
Die Strategie «Digitale Schweiz 2026» kommt in einer Phase steigender Digitalisierung und wachsender Aufmerksamkeit für digitale Grundrechte. Für die Bevölkerung bedeutet dies: mehr Sicherheit bei Online-Geschäften, bessere Schutzmechanismen bei Cyberangriffen und mehr Kontrolle über persönliche Daten. Gleichzeitig stärkt die Schweiz ihre internationale Rolle in digitalen Fragen und will Abhängigkeiten von globalen Tech-Konzernen verringern. Die Strategie zeigt, dass der Bund die digitale Zukunft aktiv gestalten will – mit Blick auf Chancen, Risiken und gesellschaftliche Akzeptanz.
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