Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen in Deutschland und der Schweiz sind auch Anfang 2026 weiterhin stark gefordert. Die Influenza-Saison hat zwar ihren Höhepunkt überschritten, doch die Belastung bleibt hoch. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) zirkulieren weiterhin Influenza- und RSV-Viren. Besonders betroffen sind Kinder und ältere Menschen. In der Schweiz verzeichnete die Grippesaison 2025/26 ebenfalls überdurchschnittlich viele Fälle, während Covid-19-Infektionen nur langsam zurückgingen.
Vor diesem Hintergrund halten Gesundheitsexperten an bewährten Schutzmaßnahmen fest. Neben Impfungen empfehlen die Behörden weiterhin konsequente Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen. Dabei rücken hochwertige Atemschutzmasken erneut in den Fokus.
Direkter Blick auf die Virusabgabe
Eine Studie aus dem Jahr 2024, durchgeführt von Forschenden der University of Maryland und veröffentlicht im Mai in der Fachzeitschrift eBioMedicine (Teil der Lancet-Gruppe), unterscheidet sich von früheren Untersuchungen. Statt nur theoretische Filtereigenschaften zu prüfen, haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Virusabgabe von tatsächlich infizierten Personen gemessen.
An der Untersuchung nahmen 44 Erwachsene mit milden Covid-19-Symptomen teil. Jeder Proband atmete rund 30 Minuten in eine spezielle Sammelkammer – einmal ohne Maske, einmal mit verschiedenen Maskentypen. In der Ausatemluft wurde die Konzentration virushaltiger Aerosole bestimmt, die kleiner als fünf Mikrometer sind und tief in die Atemwege gelangen können.
N95-Respiratoren bieten den stärksten Schutz
Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Effekt aller getesteten Masken:
- N95-Masken reduzierten die Viruskonzentration im Mittel um rund 98 Prozent.
- Stoffmasken verringerten die freigesetzte Virusmenge um etwa 87 Prozent.
- Chirurgische Masken hatten eine Schutzwirkung von etwa 74 Prozent.
Bemerkenswert war, dass einige KN95-Masken weniger effektiv waren, was die Forschenden auf unterschiedliche Passformen zurückführten. Die Masken wurden ohne professionelle Anpassung getragen, sodass die Ergebnisse den Alltag realistisch widerspiegeln.
Relevanz über Covid-19 hinaus
Auch zwei Jahre nach der Veröffentlichung gilt die Studie als seltenes Beispiel für experimentelle Daten zur sogenannten „Source Control“ – also der Frage, wie stark Infizierte Viren in ihrer Umgebung verbreiten.
Die Erkenntnisse sind nicht nur für Covid-19 interessant: Auch Influenza oder RSV werden über Tröpfchen und Aerosole übertragen. Das RKI empfiehlt daher, in Risikosituationen und bei Verdacht auf übertragbare Atemwegserkrankungen FFP2-Masken in medizinischen Einrichtungen zu tragen.
Einschränkungen und Alltagstauglichkeit
Die Studie hat Grenzen: Die Teilnehmer waren überwiegend jung und erkrankten nur leicht. Ob die Ergebnisse auf ältere oder schwerer Erkrankte übertragbar sind, lässt sich nicht sicher sagen. Zudem ist die Praxis entscheidend: Hochwertige Respiratoren bieten zwar besseren Schutz, sind aber weniger komfortabel. Tragedauer, Passform und Akzeptanz beeinflussen die tatsächliche Wirkung im Alltag.
Ausblick: Masken als Standard in Risikosituationen
Mit Blick auf zukünftige Infektionswellen diskutieren Fachleute, ob hochwertige Atemschutzmasken häufiger als Standard in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen eingesetzt werden sollten. Die Studie von 2024 liefert empirische Daten, die diesen Ansatz stützen: Hochwertige Masken reduzieren die Freisetzung virushaltiger Aerosole signifikant und können so einen wichtigen Beitrag zur Infektionsprävention leisten.
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