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  • 12. April 2026 11:35

Schweiz reduziert F-35-Beschaffung: Kostenüberschreitungen zwingen zu Anpassung

ByLena Wallner

März 9, 2026

Der Schweizer Bundesrat hat am 6. März 2026 beschlossen, die Beschaffung der F-35A-Kampfflugzeuge von Lockheed Martin auf voraussichtlich 30 Exemplare zu reduzieren – sechs weniger als ursprünglich geplant. Hintergrund sind steigende Kosten sowie eine angespannte geopolitische Lage, die eine Stärkung der Luftwaffe erfordert.

Hintergrund: Volksabstimmung und Vertragsabschluss

Im September 2020 stimmte das Schweizer Volk einem Finanzrahmen von maximal 6 Milliarden Franken für neue Kampfflugzeuge zu. 2021 entschied der Bundesrat, die F-35A als Nachfolger der alternden F/A-18 Hornet und F-5 Tiger auszuwählen. In Evaluierungen hatte sich die F-35A als leistungsfähigstes und wirtschaftlichstes Modell herausgestellt.

Der Vertrag mit Lockheed Martin wurde 2022 unter der Annahme eines Fixpreises abgeschlossen. Bereits im Dezember 2025 warnte Verteidigungsminister Martin Pfister vor möglichen Budgetüberschreitungen, unter anderem aufgrund von Inflation und steigenden Rohstoffpreisen.

Im März 2026 bestätigte der Bundesrat, dass für die ursprünglich geplanten 36 Flugzeuge zusätzlich 1,1 Milliarden Franken benötigt würden. Aus finanzpolitischen Gründen soll nun ein kleinerer Zusatzkredit von 394 Millionen Franken beantragt werden, wodurch das indexierte Budget von rund 6,429 Milliarden Franken ausgeschöpft würde. Die endgültige Zahl der bestellten Flugzeuge hängt von den Verhandlungen mit der US-Regierung ab; eine Entscheidung wird bis zum zweiten Quartal 2027 erwartet.

Sicherheits- und Planungsaspekte

Eine Expertengruppe des Verteidigungsdepartements (VBS) hatte zuvor festgestellt, dass für eine umfassende Luftverteidigung 55 bis 70 moderne Kampfflugzeuge erforderlich wären – deutlich mehr als die nun geplanten 30. Der Bundesrat räumt ein, dass eine kleinere Flottengröße die Leistungsfähigkeit und Durchhaltefähigkeit bei erhöhten Spannungen oder im Konfliktfall einschränken könnte.

Kritiker führen die Mehrkosten vor allem auf US-Seite zurück und weisen darauf hin, dass die Schweiz begrenzte Verhandlungsspielräume hat, da der Vertrag keine echten Fixpreise garantiert. Internationale Beobachter betonen, dass die reduzierte Bestellung die ursprüngliche Kostenabschätzung infrage stellt. Gleichzeitig verzögert sich die Lieferung des bodengestützten Luftabwehrsystems Patriot, sodass der Bundesrat europäische Alternativen prüft.

Finanzielle Bewertung

Das Projekt überschreitet das ursprünglich genehmigte Budget aufgrund von Inflation und externen Faktoren. Experten führen dies auf unzureichende Puffer und Fehleinschätzungen der globalen Wirtschaftsentwicklung zurück. Ein Verzicht auf den Milliarden-Zusatzkredit mag steuerpolitisch verantwortungsvoll erscheinen, könnte aber langfristig die Leistungsfähigkeit der Luftwaffe beeinträchtigen.

Reaktionen

Die politische Opposition kritisiert die Reduktion scharf. Die Sozialdemokratische Partei (SP) bezeichnete das Projekt als „Fehlkauf“. Medien berichten von einem „Rückrudern“ des Bundesrats. Befürworter, darunter Teile der Armee, betonen hingegen, dass die F-35A weiterhin die modernste Option darstellt und die geplanten 30 Jets eine Verbesserung gegenüber dem Status quo bedeuten.

Internationale Medien heben zudem die politische Dimension der US-Abhängigkeit hervor und unterstreichen die Notwendigkeit sorgfältiger Verteidigungsplanung in einer unsicheren geopolitischen Lage.

Ausblick

Der Bundesrat plant, das Parlament in der Armeebotschaft 2026 um den Zusatzkredit zu bitten. Die Reduktion auf 30 F-35A verdeutlicht die Spannung zwischen Budgettreue, Sicherheitsanforderungen und externen Abhängigkeiten. Fachleute sehen darin vor allem eine Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen, nicht ein Versagen einzelner Akteure.

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By Lena Wallner

Lena Wallner ist Journalistin und behandelt vor allem politische und gesellschaftliche Themen. Sie schreibt über aktuelle Entwicklungen und gesellschaftliche Zusammenhänge. Ihre Texte zeichnen sich durch ein ausgezeichnetes Netzwerk und die Einbindung relevanter Quellen aus.

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