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  • 12. April 2026 11:46

Trump entlässt Heimatschutzministerin Kristi Noem – erster großer Personalwechsel in der zweiten Amtszeit

BySarah Koller

März 8, 2026

Washington – Donald Trump hat seine Heimatschutzministerin Kristi Noem gestern per Truth-Social-Post entlassen. Es ist der erste Kabinettswechsel seit seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr – und er kam nicht wirklich überraschend.

Noem, die frühere Gouverneurin von South Dakota, stand seit Monaten massiv in der Kritik. Den Ausschlag gaben vor allem die tödlichen Schüsse von Bundesbeamten in Minneapolis im Januar: Zwei US-Bürger – eine Frau und ein Mann – kamen bei Einsätzen von ICE und CBP ums Leben. Noem nannte die Vorfälle danach öffentlich „inländischen Terrorismus“ und weigerte sich in hitzigen Anhörungen im Kongress, diese Aussage zurückzunehmen oder sich bei den Familien zu entschuldigen. Das hat selbst in Teilen der Republikaner für Kopfschütteln gesorgt.

Hinzu kam eine 220-Millionen-Dollar-Werbekampagne des Ministeriums, in der Noem selbst prominent vorkam und illegale Einwanderer zum freiwilligen Ausreisen aufgefordert wurden. Viele Abgeordnete – auch aus den eigenen Reihen – sahen darin vor allem eine teure Selbstdarstellung. Trump selbst sagte später gegenüber Reportern, er habe von der Kampagne nichts gewusst.

Dazu gesellten sich Berichte über interne Führungsprobleme, Konflikte mit anderen Behörden und Vorwürfe, die Katastrophenhilfe der FEMA sei mangelhaft gelaufen. Mehrere republikanische Senatoren, darunter Thom Tillis, hatten Noems Amtsführung bereits scharf kritisiert. Am Ende, so heißt es aus Regierungskreisen, war es die Summe vieler „unglücklicher Führungsfehler“, die Trump zum Handeln brachte.

Als Nachfolger hat Trump den republikanischen Senator Markwayne Mullin aus Oklahoma nominiert. Mullin soll das Amt zum 31. März übernehmen. Der Präsident lobte ihn als „hoch angesehenen“ und „spektakulären“ Kandidaten, der die harte Linie bei Grenzsicherung und Abschiebungen konsequent weiterverfolgen werde. Mullin, Mitglied der Cherokee Nation, früher selbst MMA-Kämpfer, Unternehmer und Rancher, gilt als treuer MAGA-Vertreter und enger Trump-Verbündeter. Seine Nominierung muss noch vom Senat bestätigt werden – bis dahin kann er das Amt interimistisch führen.

Noem selbst soll in eine neue Rolle wechseln: als Sondergesandte (Special Envoy) für die Sicherheitsinitiative „The Shield of the Americas“, die sich auf die westliche Hemisphäre konzentriert. In einer ersten Reaktion auf X bedankte sie sich bei Trump und klang optimistisch.

Die Demokraten reagierten erleichtert. Minderheitsführer Hakeem Jeffries nannte Noem eine „Katastrophe“ und forderte nicht nur einen Personal-, sondern vor allem einen Politikwechsel in der Einwanderungsfrage. Auch in der Öffentlichkeit hatte die harte Abschiebungspolitik der Regierung zuletzt deutlich an Rückhalt verloren.

Ob Mullin den Kurs tatsächlich unverändert fortsetzt oder ob er zumindest im Ton etwas moderater wird, muss sich zeigen. Klar ist: Trump signalisiert mit diesem Schritt, dass er an seiner Einwanderungslinie festhalten will – auch wenn das in den eigenen Reihen inzwischen nicht mehr allen gefällt.

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By Sarah Koller

Sarah Koller schreibt vor allem zu Gesundheits- und Wissenschaftsthemen, behandelt aber auch soziale und historische Fragestellungen. Ihre Texte zeichnen sich durch Vielseitigkeit und die Fähigkeit aus, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten.

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