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  • 11. März 2026 11:24

Donald Trump vor der Midterm‑Zäsur: Zwischen niedrigen Umfragewerten und einer rhetorischen Offensive

BySarah Koller

Feb. 26, 2026

Am 24. Februar 2026 trat US‑Präsident Donald Trump im Repräsentantenhaus des Kongresses zur alljährlichen Rede zur Lage der Nation („State of the Union“) an – ein politischer Moment, der in diesem Jahr vor allem von einem tiefen demokratischen Misstrauen und erheblichen Umfrageproblemen seines Amtes geprägt war.

Tiefststand in der öffentlichen Zustimmung

Mehrere aktuelle Umfragen zeigen, dass Trumps politische Zustimmung in den USA auf außergewöhnlich niedrige Werte gefallen ist:

  • Laut einer von CNN beauftragten Umfrage des Instituts SSRS gaben im Februar 2026 nur 36 % der erwachsenen US‑Bürger an, Trumps Amtsführung generell zu unterstützen, während 63 % sie ablehnen. Damit bewegt sich sein Zustimmungswert auf einem Niveau, das in modernen Umfragen selten erreicht wird.
  • Besonders deutlich sinkt die Zustimmung unter unabhängigen Wählerinnen und Wählern, die in einer CNN‑Erhebung mit nur 26 % positiver Bewertung der niedrigste gemessene Wert für Trump in diesem Segment war.
  • Nur knapp ein Drittel der Bevölkerung meint, Trump habe die „richtigen Prioritäten“ – 68 % halten seine Schwerpunkte für mangelhaft.

Diese Zahlen zeichnen ein Bild, in dem der Präsident weit weniger Rückhalt in der breiten Bevölkerung genießt als noch zu Beginn seiner zweiten Amtszeit.

Die State‑of‑the‑Union‑Rede als strategisches Schaufenster

Vor dem Hintergrund dieser Umfragewerte nutzte Trump seine Rede zur Lage der Nation in erster Linie als Plattform, um seine Politik rhetorisch zu verteidigen und zu vermarkten:

  • In einer langer Rede von rund 108 Minuten präsentierte Trump sich selbst und seine Regierungserfolge in überwiegend positiven Begriffen. Er sagte etwa, die USA seien „größer, besser, reicher und stärker als je zuvor“.
  • Wirtschaftliches Wachstum, sinkende Inflation und steigende Einkommen nannte er als Resultate seiner Politik – Angaben, die jedoch von unabhängigen Faktenprüfern als teilweise übertrieben oder unrichtig eingeordnet werden.
  • Auch innenpolitische Themen wie Migration und Grenzsicherheit dominieren Trumps Rede, während zentrale Sorgen vieler Wähler – etwa die steigenden Lebenshaltungskosten – nur am Rande adressiert wurden.

In der politischen Praxis ist es nicht ungewöhnlich, dass Präsidenten die State‑of‑the‑Union‑Rede nutzen, um die eigene Bilanz hervorzuheben. In Trumps Fall wird jedoch deutlich, dass diese Selbstdarstellung nicht automatisch den gesellschaftlichen Erwartungen entspricht – was sich in den Umfragen widerspiegelt.

Mehr Schein als Sein? Ökonomische Bilanz und Realität

Ein zentraler Kritikpunkt an Trumps Darstellung betrifft die wirtschaftlichen Aussagen seiner Rede:

  • Zwar zeigt sich die Inflation laut offiziellen Daten im Jahr 2026 gesunken, aber sie liegt weiterhin über dem langfristigen Zielwert der Federal Reserve.
  • Die von Trump betonte Steigerung der Beschäftigung ist korrekt, relativiert sich jedoch angesichts der demografischen Entwicklung und anderer konjunktureller Faktoren.
  • Einige der größten Investitions‑ und Erfolgsaussagen Trumps (etwa zu Steuersenkungen oder gesamtwirtschaftlichem Wachstum) werden von unabhängigen Quellen als übertrieben bezeichnet.

Expertinnen und Experten weisen daher darauf hin, dass die Darstellung seines wirtschaftlichen „Erfolges“ in der Rede nicht komplett mit den verfügbaren Daten übereinstimmt.

Politische Risiken und die kommende Midterm‑Wahl

Die politischen Konsequenzen dieser Polarisierung könnten für Trump und die Republikaner erheblich sein. Die Zwischenwahlen im November 2026 stehen vor der Tür; sie könnten durch Trumps negative Umfragewerte und die Unzufriedenheit vieler Wählerinnen und Wähler zur Zerreißprobe werden – insbesondere im Repräsentantenhaus und Senat, wo bereits Republikaner intern Kritik an der Regierung äußern.

In dieser Situation stellt sich die Frage, ob Trumps rhetorisches Übergewicht in der Rede zur Lage der Nation ausreicht, um die realen politischen und ökonomischen Sorgen der Wähler zu adressieren – oder ob sie vielmehr ein weiteres Zeichen für die Diskrepanz zwischen politischer Inszenierung und öffentlicher Wahrnehmung darstellt.

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By Sarah Koller

Sarah Koller schreibt vor allem zu Gesundheits- und Wissenschaftsthemen, behandelt aber auch soziale und historische Fragestellungen. Ihre Texte zeichnen sich durch Vielseitigkeit und die Fähigkeit aus, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten.

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