Möchten Sie Push-Benachrichtigungen von unserer Zeitung erhalten? Ja Nein, danke
  • 11. März 2026 10:41

Stanford-Forscher entwickeln Nasenspray-Impfstoff mit breitem Schutz in Mäusestudien

ByAnton Aeberhard

Feb. 25, 2026

Wissenschaftler der Stanford Medicine haben einen experimentellen Nasenspray-Impfstoff entwickelt, der in Mäusen einen breiten und monatelangen Schutz gegen verschiedene Atemwegserreger und Allergene vermittelt. Anders als herkömmliche Impfstoffe zielt er nicht auf spezifische Erregerantigene ab, sondern aktiviert und verlängert die angeborene Immunität der Lunge. Die Ergebnisse wurden am 19. Februar 2026 im Fachjournal Science veröffentlicht.

Neuer immunologischer Ansatz

Traditionelle Impfstoffe trainieren das adaptive Immunsystem, indem sie ein spezifisches Antigen präsentieren – etwa das Spike-Protein von SARS-CoV-2. Da viele Viren schnell mutieren, kann der Schutz nachlassen, weshalb regelmäßige Auffrischungen nötig sind.

Der neue Impfstoff, derzeit bezeichnet als GLA-3M-052-LS+OVA, verfolgt einen anderen Ansatz: Er stimuliert primär das angeborene Immunsystem der Lunge, dessen Reaktion normalerweise nur wenige Tage anhält, und verlängert sie auf mindestens drei Monate. Dazu werden Liganden für Toll-like-Rezeptoren (TLR4 und TLR7/8) verwendet, die angeborene Immunzellen aktivieren, kombiniert mit dem harmlosen Modellantigen Ovalbumin (OVA) aus Hühnereiern. Das Ovalbumin lockt T-Zellen in die Lunge, die Signale aussenden, welche die angeborene Abwehr aufrechterhalten. Dadurch entsteht eine Doppelstrategie: schnelle unspezifische Abwehr plus rasche Aktivierung der spezifischen adaptiven Immunität (innerhalb von drei Tagen statt der üblichen zwei Wochen).

Ergebnisse der Mausstudien

Mäuse erhielten das Präparat intranasal, teilweise in mehreren Dosen im Wochenabstand, und wurden anschließend verschiedenen Erregern oder Allergenen ausgesetzt:

  • Viren: Schutz gegen SARS-CoV-2 und andere Coronaviren (einschließlich SARS-CoV und einem Modell-Coronavirus). Die Viruslast in der Lunge sank um das 700-Fache, schwere Entzündungen und Gewichtsverluste traten kaum auf, alle geimpften Tiere überlebten, während Kontrolltiere häufig starben.
  • Bakterien: Schutz auch gegen Staphylococcus aureus und Acinetobacter baumannii, zwei häufige Erreger nosokomialer Pneumonien.
  • Allergene: Bei Exposition gegenüber Hausstaubmilbenproteinen war die allergische Th2-Reaktion deutlich reduziert, und Schleimproduktion in den Atemwegen blieb weitgehend aus.

In allen getesteten Fällen hielt der Schutz mindestens drei Monate an.

Nächste Schritte

Die Studie wurde von Haibo Zhang (Erstautor) und Bali Pulendran geleitet, in Zusammenarbeit mit Forschern der Emory University, University of North Carolina at Chapel Hill, Utah State University und University of Arizona. Gefördert wurde sie unter anderem durch die US-National Institutes of Health (Grant AI167966) sowie private Stiftungen.

Die Forscher planen nun eine Phase-I-Studie zur Verträglichkeit beim Menschen, gefolgt von Wirksamkeitsprüfungen, wenn die Sicherheitsstudien positiv verlaufen. Pulendran schätzt, dass ein für Menschen geeignetes Präparat bei ausreichender Finanzierung in fünf bis sieben Jahren verfügbar sein könnte, voraussichtlich in zwei Dosen als Nasenspray.

Die Ergebnisse sind vielversprechend, bleiben jedoch bisher auf Tiermodelle beschränkt. Ob der breite Schutz auf Menschen übertragbar ist, muss die klinische Forschung noch zeigen.

-> Zur Studie

Bitte geben Sie in Ihrer E-Mail die folgenden Informationen sachlich an: Ort des Fehlers: Geben Sie uns die genaue URL/Webadresse an, unter der Sie den Fehler gefunden haben.

Wenn Sie einen Fehler entdecken, der Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollte, teilen Sie ihn uns bitte mit, indem Sie an feedback@dmz-news.online schreiben. Wir sind bestrebt, eventuelle Fehler zeitnah zu korrigieren, und Ihre Mitarbeit erleichtert uns diesen Prozess erheblich.

Beschreibung des Fehlers:

Teilen Sie uns bitte präzise mit, welche Angaben oder Textpassagen Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollten und auf welche Weise. Wir sind offen für Ihre sinnvollen Vorschläge.

Belege: Idealerweise fügen Sie Ihrer Nachricht Belege für Ihre Aussagen hinzu, wie beispielsweise Webadressen. Das erleichtert es uns, Ihre Fehler- oder Korrekturhinweise zu überprüfen und die Korrektur möglichst schnell durchzuführen. Wir prüfen eingegangene Fehler- und Korrekturhinweise so schnell wie möglich.

Vielen Dank für Ihr konstruktives Feedback!

Seit unserer Gründung setzt sich die DMZ dafür ein, dass verlässliche Informationen für alle zugänglich sind. In einer Zeit, in der Desinformation und soziale Medien die Nachrichtenlandschaft prägen, ist unabhängiger Journalismus wichtiger denn je.

Wir glauben daran, dass jede und jeder das Recht hat, faktenbasierte, hochwertige Nachrichten zu erhalten – ohne Paywall und ohne Unterbrechungen. Unser Ziel ist es, Journalismus zu machen, der informiert, erklärt und Vertrauen schafft.

Unsere Leserinnen und Leser sind das Herzstück dieser Arbeit. Nur durch Ihre Unterstützung können wir weiterhin unabhängig, kritisch und engagiert berichten. Jeder Beitrag – egal wie klein – hilft uns, dieses Ziel zu erreichen.

Helfen Sie mit, Journalismus frei zugänglich zu halten. Unterstützen Sie die DMZ noch heute.

By Anton Aeberhard

Anton Aeberhard ist Journalist und schreibt zu gesundheitlichen, wissenschaftlichen sowie politischen und gesellschaftlichen Themen. Seine Beiträge befassen sich mit aktuellen Entwicklungen und deren Hintergründen. Seine Texte zeichnen sich durch analytische Tiefe und eine klare Gewichtung der zentralen Argumente aus.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert