Wien, 24. Februar 2026 – Der Vorsitzende der ukrainischen Werchowna Rada, Ruslan Stefanchuk, war zu einem Arbeitsbesuch in Wien, um mit österreichischen Parlamentariern über die anhaltende Lage in der Ukraine, Friedensperspektiven und die EU-Integration seines Landes zu sprechen. Anlass war die Wintertagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE vom 19. bis 20. Februar.
Stefanchuk traf unter anderem den Präsidenten des österreichischen Nationalrats, Walter Rosenkranz, sowie weitere Abgeordnete. In den Gesprächen betonte er die Bedeutung eines „gerechten Friedens“ und die Fortsetzung der humanitären Hilfe. „Österreich bleibt ein zuverlässiger Partner der Ukraine, und wir sind aufrichtig dankbar für die gesamte Unterstützung“, sagte Stefanchuk nach den Treffen.
Ein zentrales Thema war die Rückführung ukrainischer Kinder, die laut Angaben Kiews von russischen Truppen aus der Ukraine nach Russland gebracht wurden. Beide Seiten vereinbarten, die Zusammenarbeit in diesem Bereich zu intensivieren, um die humanitäre Situation zu verbessern.
Darüber hinaus diskutierten die Gesprächspartner über die EU-Integration der Ukraine, die Sicherstellung von Wahlen unter Kriegsbedingungen sowie die Verteidigung des Landes gegen die russische Aggression. Rosenkranz versicherte die fortgesetzte Unterstützung Österreichs, das humanitäre und finanzielle Hilfe leistet, jedoch keine militärische Beteiligung übernimmt.
Im Rahmen der OSZE-Tagung forderten Parlamentarier aus verschiedenen Ländern ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Wien fungierte als Gastgeber der Versammlung, an der auch Vertreterinnen und Vertreter aus Belarus und anderen Staaten teilnahmen. Die belarussische Oppositionsführerin im Exil, Sviatlana Tsikhanouskaya, traf ebenfalls mit Stefanchuk zusammen und diskutierte die Bedrohung durch das Regime in Minsk.
Stefanchuk appellierte an die europäischen Partner, Russland stärker zur Rechenschaft zu ziehen und beispielsweise eingefrorene russische Vermögenswerte zur Unterstützung der Ukraine zu nutzen.
Hintergrund: Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022 hat Österreich nach offiziellen Angaben mehr als zwei Milliarden Euro an humanitärer Hilfe für die Ukraine bereitgestellt, darunter medizinische Versorgung und Wiederaufbauhilfe, ohne jedoch militärische Unterstützung zu leisten.
Reaktionen aus der österreichischen Politik waren überwiegend positiv. Die SPÖ-Abgeordnete Petra Bayr betonte die Bedeutung der Menschenrechte und forderte eine stärkere Rolle der OSZE bei der Konfliktlösung. Kritische Stimmen, darunter aus Teilen der FPÖ, mahnten, eine zu enge Bindung an Kiew könne zu einer Eskalation führen.
Der Besuch Stefanchuks in Wien unterstreicht die fortdauernde Solidarität Europas mit der Ukraine und die Rolle Österreichs als Gastgeber internationaler Foren zur Konfliktlösung.
Quellen: Parlament Österreich (parlament.gv.at), OSZE-PV, offizielle Statements des ukrainischen Parlaments.
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