KOMMENTAR
Berlin/Mannheim – Am 17. Februar 2026 trat der deutsche Sänger Xavier Naidoo (54) bei einer Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt auf, die sich offiziell dem Thema „Sexuelle Gewalt an Kindern“ widmete. Dabei machte er mehrere Aussagen, die wissenschaftlich und sachlich nicht belegbar sind.
Aussagen und Faktenlage
„Wir reden von Menschenfressern, die fressen unsere Babys.“
Es gibt keinerlei Belege dafür, dass Gruppen oder Einzelpersonen Kinder essen. Die Aussage lässt sich nicht durch Fakten stützen und ist deshalb als falsch einzustufen.
„Ich kann nicht mit Kinderfressern zusammenleben.“
Auch hier fehlt jede Grundlage. Es gibt keine verifizierbaren Hinweise auf solche Gruppen. Die Aussage ist somit erfunden.
„Unwissentlich haben wir bestimmt alle schon einen Menschen gegessen.“
Diese Behauptung ist wissenschaftlich und historisch falsch. In westlichen Gesellschaften gibt es keine dokumentierten Fälle, in denen Menschen unbewusst Menschenfleisch konsumiert hätten.
Aufruf zu „Konsequenzen für Kinderfresser“
Da die zugrunde liegenden Behauptungen unbelegt sind, sind Forderungen nach Sanktionen in diesem Zusammenhang unbegründet.
Bezug zu den Epstein-Fällen
Naidoo erwähnte auch den Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein, bei dem reale Straftaten begangen wurden. Es gibt jedoch keinerlei Hinweise darauf, dass die Fälle in irgendeiner Form mit Kannibalismus in Verbindung standen. Die Verbindung, die Naidoo herstellt, entspricht nicht den belegbaren Tatsachen.
Reaktionen
Die Veranstalter der Kundgebung distanzierten sich von den Aussagen Naidoos. Sie betonten, dass diese nicht Teil des offiziellen Programms waren und dem Ziel der Veranstaltung – sachliche Aufklärung über Kindesmissbrauch – widersprechen.
Medien und Experten bewerteten die Äußerungen als faktenwidrig und irreführend. Sie warnen davor, dass unbelegte und dramatisierende Behauptungen die öffentliche Wahrnehmung verzerren und vom eigentlichen Thema ablenken.
Die Aussagen von Xavier Naidoo vor dem Bundeskanzleramt lassen sich klar als unbelegt und absurd einordnen. Die Vermischung realer Missbrauchsfälle mit frei erfundenen Geschichten über „Menschenfresser“ trägt nicht zur Aufklärung bei, sondern verbreitet Angst und Desinformation. Seriöse Diskussionen über den Schutz von Kindern werden dadurch untergraben.
Quellen
- „Xavier Naidoo vor dem Kanzleramt in Berlin: Kannibal lecture“, DER SPIEGEL, 18. Februar 2026.
https://www.spiegel.de/kultur/xavier-naidoo-vor-dem-kanzleramt-in-berlin-kannibal-lecture-a-1f13d852-adce-41a3-a321-4499e1eddaee - „Xavier Naidoo verbreitet erneut Verschwörungstheorien“, tagesschau.de / SWR, 18. Februar 2026.
https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-xavier-naidoo-verbreitet-erneut-verschwoerungstheorien-100.html - „Nach Comeback: Mit diesen Aussagen irritiert Xavier Naidoo“, dpa / DIE ZEIT, 18. Februar 2026.
https://www.zeit.de/news/2026-02/18/nach-comeback-mit-diesen-aussagen-irritiert-xavier-naidoo - „Xavier Naidoo schwurbelt wieder: ‚Die fressen unsere Kinder, das wissen Sie schon?‘“, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Februar 2026.
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/xavier-naidoo-schwurbelt-wieder-die-fressen-unsere-kinder-das-wissen-sie-schon-110839479.html - „‚Sie fressen unsere Kinder‘: Xavier Naidoo über Jeffrey Epstein“, Nils Minkmar, Süddeutsche Zeitung, 18. Februar 2026.
https://www.sueddeutsche.de/kultur/jeffrey-epstein-xavier-naidoo-verschwoerungstheorien-li.3386969 - „Xavier Naidoo verbreitet erneut antisemitische Verschwörungsmythen“, DIE ZEIT, 18. Februar 2026.
https://www.zeit.de/feuilleton/musik/2026-02/xavier-naidoo-demo-kanzleramt-verschwoerung-epstein - „‚Bin jemand, von dem ihr wisst, dass er so denkt wie ihr‘: Xavier Naidoo schon wieder auf Verschwörungsdemo in Berlin“, Dominik Lenze, Der Tagesspiegel, 17. Februar 2026.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/bin-jemand-von-dem-ihr-wisst-dass-er-so-denkt-wie-ihr-xavier-naidoo-schon-wieder-auf-verschworungs-demo-in-berlin-15262526.html - „Xavier Naidoo: ‚Habe Dinge gesagt und getan, die ich heute bereue‘“, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. Mai 2022 (zur früheren Distanzierung).
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/thema/xavier-naidoo
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