Bern – Die Schweizer Wirtschaft hat im Schlussquartal des vergangenen Jahres wieder leicht an Fahrt gewonnen, allerdings fällt das Wachstum weiterhin moderat aus. Gemäß der neuesten Schnellschätzung für das Bruttoinlandprodukt (BIP) konnte die Wirtschaft im 4. Quartal 2025 um 0,2 Prozent zulegen. Das geht aus dem so-genannten Flash-BIP hervor, das rund 45 Tage nach Quartalsende publiziert wurde.
Damit setzt sich die moderate Konjunktur fort, die die Schweizer Wirtschaft bereits im Jahresverlauf geprägt hat. Für das Gesamtjahr 2025 weist die Schätzung ein Wachstum von 1,4 Prozent aus, nach 1,2 Prozent im Jahr davor. Diese Zunahme bleibt deutlich hinter dem historischen Durchschnitt zurück: Seit 1981 liegt das jährliche Wachstum im Schnitt bei rund 1,8 Prozent.
Unterschiedliche Dynamik in Branchen
Die gemeldeten Zahlen zeichnen ein differenziertes Bild: Während der Dienstleistungssektor überdurchschnittlich wuchs, stagnierte die Industrieproduktion weitgehend. Das Ergebnis reflektiert die strukturellen Herausforderungen der Schweizer Volkswirtschaft – einerseits getragen von einem robusten Binnenmarkt und starken Dienstleistungsbranchen, andererseits gebremst durch globale Unsicherheiten und Exportnachteile.
Analystinnen und Analysten werten dieses Muster als ein Zeichen der verschobenen Wachstumskräfte: Der Dienstleistungsbereich bleibt ein stabilisierender Faktor, die exportabhängige Industrie hingegen spürt den Druck eines anspruchsvollen internationalen Umfelds deutlich.
Bedeutung der vorläufigen Zahlen
Die sogenannte Schnellschätzung basiert auf vorläufigen Daten, bei denen noch nicht alle Detailinformationen aus Produktion und Nachfrage vorliegen. Die vollständigen BIP-Zahlen inklusive einer differenzierten Auswertung nach Wirtschaftssektoren und Verwendungsarten werden am 27. Februar 2026 veröffentlicht. Aufgrund der aktuellen Datenlage kann es zu kleineren Revisionen der Ergebnisse kommen, sobald vollständige Daten eingehen.
Herausforderung für Politik und Wirtschaft
Ein anhaltend unterdurchschnittliches Wachstum stellt politische Entscheidungsträger wie Unternehmen vor Herausforderungen: In einer Zeit geopolitischer Unsicherheiten und schwacher globaler Nachfrage wird die Wirtschaftspolitik in Bern verstärkt wirtschaftliche Anreize, Innovation und Exportförderung thematisieren müssen. Gleichzeitig bleibt der Fokus auf nachhaltiges Wachstum, Beschäftigung und die Stärkung der Binnenwirtschaft gerichtet.
Ob diese moderaten Wachstumsraten eine Trendwende signalisieren oder Ausdruck struktureller Hemmnisse sind, wird in den kommenden Monaten weiter geprüft – nicht zuletzt mit Blick auf die vollständigen BIP-Daten und die Frühindikatoren für das laufende Jahr.
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