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  • 11. März 2026 11:30

Die kalte Jahreszeit lässt uns die Heizungen aufdrehen – die Luft wird dadurch trocken, für uns Menschen wie für unsere Haustiere. Besonders für Vögel kann das ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Neben einem angenehmen Raumklima durch regelmäßiges Stoßlüften ist es daher wichtig, gerade im Winter die Luftfeuchtigkeit im Vogelzimmer im Blick zu behalten.

Gastbeitrag von Elisabeth Schlumpf

Welche Luftfeuchtigkeit Vögel benötigen

Welche Luftfeuchtigkeit Vögel benötigen, hängt von ihrer Art und ihrem ursprünglichen Lebensraum ab. Insbesondere tropische Heimvögel wie Papageien und Sittiche stammen aus Gebieten, in denen die Luftfeuchtigkeit bis zu 90 Prozent betragen kann.

Einen Regenwald können und sollten wir jedoch nicht in unseren Wohnzimmern nachbauen – eine so hohe Raumfeuchtigkeit würde in geschlossenen Räumen rasch zu Schimmel führen.

Eine Luftfeuchtigkeit von etwa 60 Prozent ist im Vogelzimmer meist optimal. So bleiben die Atemwege geschmeidig, und Schimmel hat keine Chance. Zu trockene Luft reizt Atemwege und Lunge, schwächt die körpereigenen Abwehrkräfte und begünstigt Erkältungen oder sogar Lungenentzündungen. Auch die Augen können gereizt werden, was Infektionen erleichtert.

Zudem steigt bei trockener Heizungsluft die Gefahr einer Aspergillose (umgangssprachlich „Schimmelpilzkrankheit“). Dieser Pilz kann Atemwege, Magen-Darm-Trakt und Nervensystem befallen. Ohne Behandlung verläuft die Krankheit oft tödlich. Auch Menschen können sich mit Aspergillose anstecken. Trockene Heizungsluft macht bei uns die Schleimhäute anfälliger für Viren und Bakterien – so häufen sich im Winter Erkältungen und andere Infekte.

Sinnvoll ist es daher, die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer zu überwachen. Werte unter 30 Prozent stellen für Vögel wie für uns Menschen ein spürbares Gesundheitsrisiko dar.

So helfen Sie gegen zu trockene Raumluft

Es gibt Dampfluftbefeuchter, die Wasser erhitzen und als Dampf abgeben, sowie Kaltvernebler (Ultraschall- oder Verdunstbefeuchter). Beide Systeme haben Vor- und Nachteile:

  • Dampfbefeuchter töten durch die Hitze viele Keime ab, können aber heiß werden und eine Verbrühungsgefahr bergen.
  • Kaltbefeuchter sind sicherer in der Handhabung, können jedoch bei mangelnder Reinigung selbst zur Keimschleuder werden.

Einfacher und risikoärmer geht es so: Stellen Sie eine flache Schale mit Wasser auf die Heizung oder hängen Sie ein feuchtes Handtuch über eine kleine Wäscheleine. Auch Zimmerpflanzen fördern ein besseres Raumklima. Besonders empfehlenswert ist die Grünlilie – pflegeleicht, ungiftig für Vögel und effektiv.

Wichtig bleibt: Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht über 70 Prozent steigen. Gut gemeint, aber zu viel Feuchte ruft wieder Schimmel hervor und kann erhebliche Gesundheitsschäden verursachen. Das richtige Maß ist entscheidend.

Wenn wir im Vogelzimmer zusätzlich mit geeigneten UV-/Bird-Lampen arbeiten (normale Lampen flackern oft und UV-Licht wird durch Fensterglas weitgehend blockiert), den Vögeln täglich ein frisches Bad anbieten und sie mit gesunden Leckereien versorgen, kommen Ihre gefiederten Lieblinge – und auch Sie – gesund durch den Winter.

Zur Autorin

Elisabeth Schlumpf
Geschäftsführerin der Vogelvoliere und Wildvogelpflegestation Mythenquai in Zürich

Die Voliere besteht seit 1897 und spielt heute eine wichtige Rolle im Artenschutz und in der Umweltbildung. In der Wildvogelstation werden jährlich bis zu 2’000 Vögel aufgenommen, gepflegt und wieder ausgewildert.

www.voliere.ch

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By Urs Heinz Aerni

Urs Heinz Aerni ist Kulturveranstalter, Literaturvermittler, von BirdLife Schweiz ausgebildeter Feldornithologe und freischaffender Journalist. Er schreibt Kolumnen und Artikel zu Gesellschaft, Kultur und Natur für verschiedene deutschsprachige Medien. Zudem engagiert er sich für Kulturfestivals in Zofingen und Kufstein (Österreich) und gestaltet das Kulturprogramm des Hotels Schweizerhof in Lenzerheide (Graubünden).

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