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  • 11. März 2026 11:07

Globale Deadlocks und die Grenzen alter Wirtschaftstheorien

ByDirk Specht

Feb. 12, 2026

Ganze Bibliotheken an Ökonomie-Fachbüchern dürften neu zu schreiben sein. Anbei drei Beiträge, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben, was ich aber als Irrtum bezeichnen würde:

  • Die gesamtökonomische Rechnung ist noch vollkommen offen. Während es heute «nur» darum geht, dass Reichtum immer ungleicher verteilt ist, wird es morgen darum gehen, wer überhaupt noch Arbeit findet und übermorgen, wer diese hoch automatisierten Services und Produkte noch kaufen soll.
  • Der gesamtökonomische Deadlock ist unverkennbar, eine Lösung nicht in Sicht.
  • Bisher waren die USA der große Gewinner des Spiels. Das ändert sich aber, denn der Versuch, über naive autoritäre Eingriffe in die Weltwirtschaft mehr nationale Wertschöpfung ins eigene Land zu holen, ist weder strukturell eine Antwort auf diesen Deadlock, noch funktioniert das. Im Gegenteil führen Währungsverfall und politische Unsicherheiten zur Kapitalflucht: Die Investoren suchen sprunghaft Anlagen außerhalb der USA.
  • Die veränderten Kapitalströme fließen aber nach Asien. Dort findet die nächste industrielle Revolution durch Automatisierung und Elektrifizierung statt. Vereinfacht gesagt ist das die Übertragung der Erfolgsfaktoren der großen US-Digitalplattformen auf den Industriesektor.
  • Damit ist klar, dass Trumps MAGA-Ideen schon strukturell scheitern müssen. Die Art der Umsetzung erreicht das Gegenteil und die Vorstellung, der Industriesektor könne eben jenen Deadlock beheben, ist Geschichte.
  • In Japan, der bereits am höchsten verschuldeten Industrienation, wird nun noch mehr Geld erzeugt. Aber mit anderer Politik, denn das ist auch eine Antwort auf die Bedrohung durch China. Daher soll durch eine Parallelstrategie mittels Rüstungsausgaben die Wirtschaft stimuliert werden. Die Unternehmenswerte steigen, die Zinsen ebenfalls, was ungewöhnlich ist. Die Märkte gehen bisher davon aus, dass die Strategie gelingt.

Fazit: Digitalisierung, Elektrifizierung, Automatisierung sind die geoökonomischen Treiber. KI wird das beschleunigen. Zugleich erzwingen geopolitische Spannungen modernste Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien. Das fordert staatliches Handeln heraus, Doppelstrategien wie in Japan sind zwingend, die Rolle der Staaten wird überall relevanter, ökonomisch wie geostrategisch.

Das muss man nicht mögen, aber das ist keine Antwort, denn die Herausforderungen sind existentiell. An Europa geht das alles vorbei. Das hat mit unseren veralteten Lehrbüchern zu tun. Die können dann mal weg.

Keine Schulden, libertäre staatsfeindliche Phantasien, mehr Arbeiten, KI-Regulierung, fossile Geschäftsmodelle, Verbrennerdebatten – Diskussionen aus der Mottenkiste!

Unser Denken über Schulden, Staatsaufgaben und Ökonomie ist aus der Zeit gefallen.

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By Dirk Specht

Dirk Specht ist deutscher Autor und Kommentator mit den Schwerpunkten Wirtschafts-, Energie- und Gesellschaftspolitik. Er veröffentlicht Analysen und Kommentare zu aktuellen Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Technologie. Zuvor war er Digitalchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) und ist als Dozent und Gesprächspartner in Fachveranstaltungen aktiv. Seine Texte in der DMZ-News zeichnen sich durch analytische Tiefe und die klare Einbindung wirtschaftlicher und technischer Zusammenhänge aus.

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