KOMMENTAR
Als Einstieg in die Robotik empfehle ich einen Barrons-Artikel. Der Beitrag ist weniger technologisch, sondern liefert globale Gedanken zu ökonomischer bis sicherheitstechnologischer Bedeutung. Einschränkend: Mehr als erste Gedanken leistet der Beitrag nicht, die konkreten Anlagetipps sehe ich kritisch, darum geht es mir nicht.
Im Rahmen der aktuellen KI-Debatte sei darauf hingewiesen, dass sich hier eines von mehreren Anwendungsgebiete auftut, das von denen sträflich übersehen wird, die KI mit LLMs und LLMs mit Chatbots gleich setzen. Das Thema ist «geringfügig» größer und tiefer. Ohne zu weit einzusteigen, sei folgendes kurz ergänzt:
- Durch KI entwickelt sich Robotik von «Industrierobotern», die grob gesagt eine fest programmierte Aufgabe durchführen, zu agilen Maschinen, die weit komplexere Aufgaben automatisieren können.
- Das wird derzeit durch «Hardware» dominiert, mittelfristig aber ein Software/KI-Thema. Ich habe in dem Bereich einige Mandate und warne ausdrücklich, die Dynamik zu unterschätzen, denn: Aus IT/KI-Perspektive sind technologisch Aufgaben wie, ein Auto oder eine Drohne autonom zu steuern, einen Staubsauger durch eine Wohnung zu navigieren oder einer mechanisch sehr flexiblen Maschine vollkommen unterschiedliche Fertigungsarbeiten beizubringen, sehr ähnlich.
->Daher werden Fortschritte in der KI enorm schnell und breit Auswirkungen auf die Automatisierung aller möglichen Prozesse unseres Alltags haben.
- Das Thema ist eine Domäne von Asiaten (China, SK, JP) und Amerikanern. Es gibt in Europa wie so oft bei den großen Innovationen zwar viele kleinere Spezialisten mit global führendem Knowhow, aber keinen größeren Maschinenbauer, der mithalten kann. ABB&Co haben diese Technologien vor Jahren an Asiaten verkauft! Ferner liegt in Europa mal wieder der Schwerpunkt bei Ingenieurswissenschaften, nicht im Software/KI-Bereich. Das führt auch in der europäischen Gesamtindustrie zu technologischem Rückstand. Von Ökosystemen wie in China oder vertikal aufgestellten Industriekonzernen, die eigene Robotik betreiben, ist in Europa nichts in Sicht – die führenden Dark-Factories von Rang stehen in Asien!
- Eklatant: Die größte Dynamik ist derzeit bei der Automatisierung des Kriegs festzustellen. Das reicht von autonom fliegenden Drohnen, die sich allen derzeit bekannten elektronischen Gegenmaßnahmen entziehen (siehe mein Beitrag aus Oktober) bis tief in die hoch skalierte Fertigung von Waffen aller Art. Insbesondere auch hier Drohnen, die in nie gekannter Geschwindigkeit und Menge schneller als jede Fertigpizza produziert werden.
Leider ist die Arbeits- und Denkweise unserer Rüstungsindustrie noch weitaus rückständiger als bei den anderen Industrien. Rüstungsprodukte, die Jahre in der Entwicklung dauern und in kleinsten Stückzahlen über Monate gefertigt werden, sind aus der Zeit gefallen!
Eine versäumte Zukunftstechnologie mehr – das gilt es zu akzeptieren und zu handeln. Die nächste «Verbrenner»-Diskussion darf es nicht geben.
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